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Gesundheit Umweltgift Glyphosat

Horror-Pestizit Glyphosat zerstört das Leben von Mensch und Tier

Pestizidbehandlung in der Landwirtschaft

Die Welt hat ihren neuen Lebensmittelskandal! Glyphosat heißt das Zauberwort, welches sich hinter der chemischen Formel C3H8NO5P verbirgt. Der Zauber reduziert sich aber lediglich auf die Milliardengewinne des US-Herstellers Monsanto und auf die Landwirtschaft. Der Verbraucher riskiert mit der unfreiwilligen Einnahme des Pestizids seine Gesundheit, wenn nicht sogar sein Leben! Krebs, Demenz, Fettsucht, Zöliakie, Morbus Crohn oder Autismus können die Folgen sein!

Nach einer nicht enden wollenden Liste von Lebenmittelskandalen erreicht uns jetzt die Spitze des Eisbergs? Glyphosat, im Fach-Chinesisch auch Selektivherbizid-Glyphosat-41%SL genannt, befindet sich in der gesamten Nahrungskette. Weltweit impfen Landwirte ihre Felder mit dieser Chemikalie – und das sogar zweimal: Direkt nach der Aussaat und ein zweites Mal vor der Ernte. Wie zynisch, damit das Gift möglichst frisch auf unserem Teller landet.

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Aber nicht nur dort findet das Herbizid Glyphosat seine Anwendung. Gartenbesitzer und Parkpfleger der öffentlichen Haushalte verspritzen das Pestizid ebenso leichtfertig. Der Einsatz steigt weltweit kontinuierlich an. Verbrauchs-Spitzenreiter sind die USA und Südamerika, aber auch in Deutschland werden jährlich tausende von Tonnen verwendet.

Die Historie des Pestizids Glyphosat

Der Schweizer Chemiker Henri Martin synthetisierte im Jahre 1950 erstmals Glyphosat. Die biologische Aktivität der Chemikalie war seinerzeit noch größtenteils unbekannt und kam daher lange Zeit nicht zum Einsatz. 1971 gewann John E. Franz, ein für die Firma Monsanto tätiger Chemiker, die Erkenntnis, dass Glyphosat eine Herbizidwirkung hatte. 1974 liess Monsanto sich Glyphosat patentieren.

In den 1990er Jahren wurden glyphosatresistente Pflanzen mittels Gentechnik entwickelt. Hierzu zählen in erster Linie Soja, Mais, Raps und Baumwolle. Dadurch, dass Glyphosat chemisch nur das Unkraut und die Schädlinge vernichtet, nicht aber die resistente Agrarpflanze, stieg der landwirtschaftliche Konsum an:

2007 wurde weltweit kein Pflanzenschutzmittel öfter eingesetzt als glyphsathaltige Chemikalien;
2010 wurden 130 Länder auf unserem Planeten von Monsanto mit Glyphosat beliefert;
2011 stieg der weltweite Verbrauch auf 110.000 Tonnen an;

2014 strich der Monsanto-Konzern (laut eigenen Angaben) mit seinem Verkaufsschlager „Roundup“ und anderen Pflanzenschutzmitteln einen Gewinn von rund 4 Milliarden US-Dollar ein; 30 Prozent seines Gesamtgewinns. Vorwiegende Kunden sind die USA, Argentinien und Brasilien.

Das Glyphosat-haltige Pflanzenschutzmittel Roundup.

Die Deutschland-Bilanz des Glyphosat-Verbrauchs liegt bei ca. 15.000 Tonnen (2014); es werden hier jedoch keine glyphosatresistenten Pflanzen angebaut.

Innerhalb der EU ist das Herbizid seit 2002 zugelassen. Am 10. November 2010 wurde diese Zulassung zunächst bis 31. Dezember 2015 verlängert.

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Die Nebenwirkungen sind seit mehr als 10 Jahren bekannt

…, werden aber regelmäßig unter den Tisch gekehrt oder mit von Monsanto und den weiterverarbeitenden Chemie-Betrieben gekauften Gutachten widerlegt. Dieses weltweit lukrative Geschäft hat eine sehr starke und finanzkräftige Lobby zur Vertretung ihrer Interessen und Umsatzes!

Langfristig bezahlen wir mit unserer Gesundheit und vielleicht sogar mit unserem Leben und dem unserer Kinder und Enkel

Glyphosat übersteht alles: Es ist chemisch wasserlöslich, geruchsneutral und nicht flüchtig. Es blockiert ein Enzym (EPSPS), das zur Synthese der aromatischen Aminosäuren (zum Beispiel Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin) in Pflanzen und Mikroorganismen benötigt wird. Bestehen wir Menschen – zur Gattung Säugetiere gehörend – nicht auch aus Mikroorganismen? Werden diese dann nicht auch an der Synthese ihrer Aminosäuren gehindert? Kann das für uns Menschen gesund sein?

Ist es auch nicht: Menschliche Urinproben belegen, dass wir alle mehr oder weniger Glyphosat-kontaminiert sind und es wird täglich mit der Nahrungsaufnahme mehr!

Sie denken jetzt möglicherweise: Das kann ja nicht so schlimm sein?

Doch ist es und noch schlimmer! Ein „Öko-Test“ der gleichnamigen Organisation fand heraus, dass bei einem Brötchentest 8 von 10 getesteten gebackenen Produkten kontaminiert war. Das bedeutet im Klartext: Glyphosat „überlebt“ Backtemperaturen und wir nehmen es auch über Getreideprodukte zu uns. Andere fanden Rückstände in der Muttermilch, höher als im Trinkwasser. Es sind ja nur die hilflosesten, unschuldigen Kleinen, die die Muttermilch brauchen. Wie können wir unsere Kinder noch beschützen? So lange dieser Irrsinn nicht aufhört, gar nicht!

Bereits im März 2013 berichtete das ZDF Zoom, dass Missbildungen auch bei Amphibien, Wirbeltieren zu Missbildungen führt. Sehen Sie selbst, Bilder überzeugen mehr als Worte.

Gut ein halbes Jahr später legt das ARD-Magazin „FAKT“ mit seiner Sendung vom 12.11.2013 nach und dokumentiert die Erkenntnisse des Instituts für Bakteriologie der Universität Leipzig. Die dort untersuchten; kurz nach der Geburt verstorbenen, Ferkel eines dänischen Agronomen wiesen schwere Missbildungen auf und starben kurz nach der Geburt. Nach intensiver Untersuchung kommt die Leiterin des Leipziger Instituts zu dem Schluss, dass die glyphosathaltigen Futtermittel für die Missbildungen verantwortlich seien und das Pflanzenschutzmittel vom Markt genommen werden müsse.

Das Vorkommnis der gehäuften Missbildungen bei Neugeborenen und Kindern wiederholt sich in Südamerika dort, wo Arbeiter und Landwirte ständig der permanenten Anwendung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt sind. Die Anzahl der geistig und körperlich behinderten Kinder, die so auf die Welt kamen, stieg ins Unermessliche.

ZDF Info berichtete im Januar 2014 ebenfalls von den Folgen des massiven Einsatzes von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln sowohl in Gärten also auch in der Landwirtschaft in Deutschland: Das Aussterben der Artenvielfalt steht auf dem Spiel, besonders bei Fröschen und Insekten. Bereits heute arbeiten Bauern mit einer sogenannten künstlichen Bestäubung Ihrer Obstbäume, denn es gibt nicht mehr genug Bienen.

Ein Warnsignal, das wir nicht übersehen sollten. Die Landwirtschaftsbehörden der Länder müssten eigentlich einmal jährlich Gewässer- und Bodenproben untersuchen – Fehlanzeige. Darum kümmert sich Anstelle des Vater Staats der BUND! Bei meiner Recherche nach Informationen des BUND über Glyphosat fand ich einen Aufruf zur Rettung von Frösche & Co., unterstützt vom Umwelt-Bundesamt und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Wird die EU dieses Gift weiterhin zulassen?

Glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel sind bis Ende 2015 EU-weit zugelassen. Die weitere Zulassung wird auf EU-Ebene entschieden; die Expertise, auf der diese Entscheidung sich stützt, wird jedoch in Deutschland angefertigt, und zwar unter Mitarbeit des
1.) Bundesministeriums für Verbraucherschutz,
2.) Bundesamts für Verbraucherschutz & Lebensmittelsicherheit und
3.) Bundesamts für Risikobewertung

Letzteres Bundesamt für Risikobewertung (BfR) ist ausschlaggebend für Bewertung und Zulassung einer Chemikalie in Deutschland. Der Hersteller reicht beim Bundesamts für Risikobewertung seine Forschung und langjährigen Studien und Gutachten ein und das Amt prüft die eingereichten Unterlagen und gibt dem Zulassungsantrag statt oder nicht.

Das Problem an der Sache ist nur, dass mit den Gutachten nicht ein unabhängiges Labor von dem Bundesamt für Risikobewertung beauftragt wird, sondern der Hersteller sich vorher einen Gutachter kauft, der dann im Sinne des Unternehmens beurteilt. Also doch Bananenrepublik, durch und durch!

Bezüglich der EU-Zulassung verhält es sich so, dass eine 16-köpfige Expertengruppe über die erstmalige oder weitere Existenz am EU-Markt entscheidet und die oben erwähnte Expertise für das EU-Parlament verfasst. Wie wertvoll, glauben sie, ist so ein Gremium, wenn mindestens 6-7 von 16 Mitgliedern direkt oder indirekt in der Chemie-Industrie Deutschlands angestellt sind.

Sie haben im Bundesamt für Risikobewertung-Gremium auch teilweise nur eine beratende Funktion. (Diese Angaben bestätigte ein Mitarbeiter des Bundesamts für Risikobewertung gegenüber dem ZDF im obigen Video-Beitrag!) Das Bundesamt  für Risikobewertung sieht hier keinen Interessenkonflikt!?! Wie ungewöhnlich!

Ich wundere mich nur, dass seit 2013/2014, als diese Dokumentationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen liefen, nichts wesentliches passiert ist.

Ich frage mich: „Wieso nicht? Muss hierzulande erst ein Mensch in der Öffentlichkeit tot umfallen, damit alle aufwachen.“
Zwei Die Grünen-Abgeordnete stellten eine Kleine Anfrage im Bundestag bezüglich der belasteten Urin-Proben. Sie erhielten die beschwichtigende Antwort des Bundesamts für Risikobewertung, dass das alles innerhalb des Grenzwertes sei. Leider ist das viel zu wenig!

Die mächtige Chemie-Industrie, darunter Bayer, BASF, Monsanto und viele andere, beteuern dass die Pflanzenschutzmittelhersteller ca. 150 toxikologische Gutachten nach OECD-Richtlinien erstellen ließen. Alle ohne Befund. Auch das Bundesamts für Risikobewertung hat eine Liste mit 92 Studien auf Krebsverdacht durch Glyphosat vorgelegt. Und dieses Ergebnis? Natürlich ohne Auffälligkeiten.

Wir werden von der Chemie-Industrie heimlich still und leise vergiftet und alle setzen ihr Business as usual fort?

Fazit

Eigentlich müssten wir jetzt alle revoltieren! Doch das wird sicherlich nicht passieren.
Dennoch hat auch die Masse der Verbraucher eine gewisse Macht: Boykottieren Sie Glyphosat-haltige Pflanzenschutzmittel. Der BUND und NaBu Deutschland e.V. helfen sicherlich mit Alternativen oder Bio-Unkrautvernichtungsmitteln weiter.

Dennoch erfüllt es mich mit Genugtuung, dass alle Einwohner dieses Landes in einem Boot sitzen, egal ob geschmiert oder korrupt. Es wird früher oder später alle treffen – den Chemie-Aufsichtsratsvorsitzenden genauso wie Frau Merkel und Herrn Gabriel.

Zur Nachhaltigkeit – auch wenn ich Gefahr laufe mich zu wiederholen – hier noch einmal die gesundheitlichen Risikofaktoren:

Krebs, Unfruchtbarkeit, Demenz, Autismus, Morbus Crohn, Missbildungen (vor allem bei Ungeborenen und Kindern), Mutationen, Zölialkie, Diabetes mellitus, Asthma, Schilddrüsenerkrankungen und Allergien. Ich setze noch eine Vermutung oben drauf: Depression (ist aber nicht wissenschaftlich erwiesen).

Nach dem Seveso-Dioxin, welches aber noch verbrannt werden konnte und kann, ist dieses Glyphosat der absolute Menschheitskiller No. 1! Schleichend und hinterhältig, aber wirksam!

Folgende Arte-Dokumentation, veröffentlicht am 01.04.2015, bestätigt die vorherigen Berichte von ARD und ZDF:

Fast alle Menschen auf dem Land und
in der Stadt ­haben inzwischen das Ackergift ­Glyphosat im Körper.
Seit Mitte der 90er Jahre werden Teile Europas von einem geheimnisvollen Tiersterben heimgesucht. In den Ställen verenden Tausende Rinder.

 

Vielleicht haben wir Menschen das ja verdient?

Quellen

Huffington Post Deutschland: http://www.huffingtonpost.de/2015/08/06/glyphosat-unverantwortlich_n_7948390.html

Wikipedia.org: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Lebensmittelskandalen

Wikipedia.org – Glyphosat-Geschichte: https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat#Geschichte

Deutsche Forschungsgemeinschaft; Rückstandsanalytik von Pflanzenschutzmitteln; 11. Lieferung 1991; http://www.bfr.bund.de/cm/343/405.pdf

BUND Germany: http://www.bund.net/nc/publikationen/publikationsdatenbank/?tx_msppubldb_pi1[action]=list&tx_msppubldb_pi1[controller]=Publikation&cHash=01a852ef5fbee1a9bbc745f366b73bb8 und http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/chemie/130411_bund_chemie_broschuere_pestizidfreie_kommunen.pdf

SZ.de: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/monsanto-maechtige-lobby-1.2568849

Bundesamt für Risikobewertung (BfR): http://www.bfr.bund.de/de/das_bfr_hat_einen_entwurf_zur_neubewertung_des_gesundheitlichen_risikos_von_glyphosat_erstellt-188579.html

YouTube; Dokumentationen von ARD:https://www.youtube.com/watch?v=JWMdFfH1LRQ# ZDF: https://www.youtube.com/watch?v=D1VWcSaUiHo und Arte: https://www.youtube.com/watch?v=3ivpJx3gkMY

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Über den Autor
Nicole HahnHerausgeberin und Redakteurin

wurde 1962 in Hamburg geboren. Sie gründete im Juli 2015 zusammen mit Andreas Hecht die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion.

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