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Skandal-Discounter Lidl setzt Mitarbeiter massivst unter Druck!

Skandal: Discounter Lidl setzt Mitarbeiter immer noch massiv unter Druck!

Neuer Skandal um den Discounter Lidl. Immer noch soll er seine Mitarbeiter systematisch und massiv unter Druck gesetzt haben, damit diese keine Betriebsräte in den einzelnen Filialen bilden.

Der größte Discounter Europas ist erneut in einen Skandal verwickelt. Wieder geht es um fragwürdige Arbeitsbedingungen. Einige Mitarbeiter berichteten dem „SWR„, dass man sie systematisch und massiv unter Druck gesetzt hat. Eine Kultur der Angst und der Einschüchterung sei bei Lidl etabliert worden. Die Einschüchterungsversuche von Filial- und der Konzernleitung galten der Verhinderung von Betriebsräten in den einzelnen Supermärkten.

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Video: Lidl-Propaganda und die Wirklichkeit

Arbeitnehmervertretungen werden systematisch bei Lidl verhindert

Der Druck auf die Mitarbeiter zeigt Wirkung. Denn nur wenige von den über 3.200 Filialen haben einen Betriebsrat, der die Arbeitnehmerrechte vertreten kann. Um die Bildung eines Betriebsrats bereits im Keim zu ersticken, werden die engagierten Mitarbeiter in Einzelgesprächen systematisch eingeschüchtert.

„Wenn die Stimme zu zittern anfängt oder wirklich zu wackeln, dann merken Sie, dass ein Mitarbeiter gegenüber seinem Vorgesetzten extrem eingeschüchtert wird“, sagt ein Lidl-Mitarbeiter dem „SWR“.

Die Vorgesetzten in den einzelnen Lidl-Supermärkten wurden offenbar schon sehr deutlich. Einem Angestellten wurde im persönlichen Gespräch mitgeteilt, das er „keine Zukunft im Unternehmen haben werde“, wenn er sich weiterhin für einen Betriebsrat einsetze.

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Lidl – das Skandal-Unternehmen

Lidl hat mittlerweile eine richtige „Skandal-Kultur“, denn es ist nicht der erste Skandal um das Unternehmen. Hier eine kleine Timeline der Skandale:

Bereits 2004 veröffentlichte die Dienstleister-Gewerkschaft Ver.di das sogenannte Lidl-SchwarzbuchDie Gewerkschaft Ver.di warf Deutschlands Discounter Lidl systematische Verletzung elementarer Arbeitnehmerrechte vor.

Es wurden schlechte Lohn- und Arbeitsbedingungen angeprangert. Bereits damals ging es auch um massive Einschüchterungen, damit kein Aufbau eines Betriebsrats stattfinden würde.

2008 kam dann der bislang stärkste Skandal ans Licht: Der stern deckte auf, dass professionelle Detektive die Lidl-Mitarbeiter mit Kameras bespitzelten. Damals ging es um vermeintlichen Diebstahl der Angestellten. Der Discounter musste damals wegen Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz rund 1,5 Millionen Euro an seine Mitarbeiter auszahlen.

In 2009 wurde der nächste Skandal um Lidl publik. Anstatt auch im Ausland die Arbeitsbedingungen zu verbessern, transportierte Lidl das Prinzip Ausbeutung dorthin. Im selben Jahr entdeckte man in einem Mülleimer Akten, die zur genauesten Protokollierung der Krankheitsgründe der Mitarbeiter dienten. Damals musste Deutschlandchef Frank-Michael Mros seinen Hut nehmen. Die Entlassung schadete Ihm nicht, er wurde kurz darauf Landeschef des Discounters in Großbritannien.

Besserung gelobt, doch nicht eingehalten

Wie jeder ertappte Mensch, der sein Image nicht ganz vernichten möchte, gelobte auch Lidl Besserung. Man wolle sich um eine deutlich bessere Behandlung der Mitarbeiter bemühen.

Die Gewerkschaft Ver.di kritisierte noch 2004 die schlechte Entlohnung der Mitarbeiter, so zahlt der Discounter inzwischen 11,50 Euro pro Stunde – und übersteigt somit nicht nur den Mindestlohn von 8,50 Euro, sondern auch die Untergrenze von 9,74 pro Stunde, die im Handel gilt. Vielleicht sollte man das als Schmerzensgeld ansehen…

Philosophie vs. Realität bei Lidl

Auf Ihrer Website „Karriere-bei-Lidl“ beschreibt das Unternehmen genau, wie es sich den Umgang mit Mitarbeitern vorstellt. Hier ein Auszug:

Umgang mit Mitarbeitern bei Lidl

  • Wir verhalten uns so, dass wir als attraktiver Arbeitgeber bekannt und geschätzt sind.
  • Wir treffen Einstellungsentscheidungen immer im 4-Augen-Prinzip unter Beteiligung des unmittelbaren Vorgesetzten.
  • Wir begrüßen neue Mitarbeiter am ersten Arbeitstag mit Aufmerksamkeit und gut vorbereitet.
  • Wir arbeiten jeden Mitarbeiter qualifiziert für seine Tätigkeit und Funktion ein.
  • Wir stellen mit regelmäßigen Feedback-Gesprächen den Einarbeitungserfolg fest.
  • Wir schaffen Arbeitszeit- und Rahmenbedingungen, die unseren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit weitestgehend ermöglichen.
  • Wir vergüten die Leistung und das Engagement unserer Mitarbeiter der Position und der Arbeitsmarktsituation entsprechend angemessen.
  • Wir führen mit jedem Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen Beurteilungsgespräche über Leistung, Verhalten und Entwicklung im Unternehmen.
  • Wir unterstützen und fördern unsere Mitarbeiter in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung.
  • Wir trennen uns vom Mitarbeiter einvernehmlich, fair und respektvoll.

Was soll man sagen, da driften Realität und Anspruch recht weit auseinander.

Auch andere Discounter beuten aus: Netto und die miesen Arbeitsbedingungen

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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