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Europa Flüchtlingsdrama in Griechenland

Flüchtlinge auf Kos: Griechische Behörden total überfordert!

Flüchtlinge auf Kos: Das totale Chaos regiert und die Flüchtlinge registrieren sich nun selbst

Screenshot aus Video von TV Südniedersachsen

Die griechischen Behörden sind mit dem Flüchtlingsansturm auf Kos völlig überfordert. Zuletzt kam es zu wilden Prügeleien unter den Asylanten, die Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag. Jetzt hat die örtliche Polizei Migranten zur Mithilfe bei der Registrierung aufgerufen.

Es ist unglaublich, was derzeit auf der griechischen Insel Kos passiert. Die Flüchtlinge auf Kos liefern sich wilde Prügeleien, die von Polizisten niedergeknüppelt werden, das totale Chaos regiert und nun müssen auch die Flüchtlinge helfen, sich zu registrieren. Dabei geht es ihnen auf der Insel alles andere als gut.

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Sie bekommen nicht ausreichend Nahrung und Wasser, sind zum Teil schwer dehydriert und haben keine frische Kleidung. Der Bürgermeister der griechischen Insel rechnet mit bis zu 1.000 Neuankömmlingen pro Nacht. Die griechischen Behörden auf der Insel werden der Lage nicht mehr Herr.

Video: Überforderte Behörden auf Kos: Flüchtlinge helfen bei Registrierung

Die eingepferchten Flüchtlinge im Stadion auf Kos

Die Flüchtlings-Registration auf Kos ist das Stadion, die Bilder mit den eingepferchten 2.000 Flüchtlingen auf dem staubigen Fussballplatz gingen um die ganze Welt. Auch wir hatten einen Artikel mit einem Video der Zustände auf Kos veröffentlicht. Zweitausend Menschen, die in engsten Verhältnissen ohne ausreichend Wasser auf die Registrierung warten müssen. Mehr passen anscheinend nicht in das Stadion, obwohl ein vielfaches dieser Summe an Menschen mittlerweile auf der Insel angekommen ist. Die Flüchtlinge auf Kos haben viel durchzustehen, obwohl sie durch die kriegsähnlichen Zustände in ihren Heimatländern bereits traumatisiert sind.

Flüchtlinge wollen überwiegend nach Deutschland

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Alle diese Menschen warten auf einen Zettel von den Registrierungsstationen, um von der Insel aus in die gewünschten Zielländer weiterreisen zu können. Doch es gibt nur zwei elektronische Geräte zur Abnahme von Fingerabdrücken auf der Insel. Daher warten manche Flüchtlinge bereits seit mehr als drei Wochen auf den so begehrten Zettel zur Weiterreise. Viele von ihnen wollen nach Deutschland, der hohen Standards wegen.

Schon immer kamen viele Flüchtlinge nach Griechenland, doch mit diesem Andrang hatte niemand gerechnet. Die Zahl der Flüchtlinge steigt seit des Bürgerkriegs in Syrien beständig, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen fast 157.000 Migranten nach Griechenland – ohne gültige Einreisepapiere. Im Juli kamen allein knapp 50.000 Migranten an – mehr als im gesamten Vorjahr. Doch nicht nur syrische Flüchtlinge kommen auf der Insel an, sondern auch Menschen aus Pakistan, Afghanistan und dem Irak.

Die Zahlen sind unglaublich, doch völlig unverständlich erscheint, dass die griechische Regierung nicht vorgesorgt hat und die Anlaufstellen wie Kos besser versorgt. Die Statistik des ersten Halbjahres hätte bereits einen Handlungsbedarf aufgezeigt. Dazu kommt die für Migranten strategisch wichtige Lage von Kos, die nicht weit entfernt vor der türkischen Küste liegt. Die gesamte Insel gleicht einem völlig chaotischen Flüchtlingslager, welches nicht einmal das Nötigste für die Ankommenden bereit hält.

„Bereits bisher hatten wir eine völlig unzureichende Versorgung der Flüchtlinge“, sagt Brice de le Vigne von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). „Was wir jetzt erleben, sind Misshandlungen – die Polizei geht immer brutaler gegen diese verletzlichen Menschen vor.“

Die Hilfsorganisation sieht Europa in der Pflicht. Florian Westphal, Geschäftsführer von MSF in Deutschland:

„Die EU muss endlich sichere und legale Fluchtwege schaffen.“ Die Situation auf den griechischen Inseln sei nur deshalb so drastisch, weil Europa den Menschen auf der Flucht keine andere Wahl lasse, als in Booten die gefährliche Reise über das Mittelmeer anzutreten, kritisiert Westphal.

Video: Zusammenstöße zwischen Polizei und Flüchtlingen auf Kos . Griechische Insel überfordert

https://youtu.be/OUhqNj25fU4

Quelle:

ZEIT Online: Drei Wochen warten auf einen Zettel

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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