Democratic Post

Kritische Texte und kontroverse Meinungen

Frauen & Männer Weiblicher Hormonzyklus

Die Periode – Darum verhalten sich Frauen während Ihrer „Tage“ so komisch

Die Frau, das unergründliche Wesen

Männer erleben Frauen oft als sehr surreal!

Ein Frauen-Thema, denken Sie? Keineswegs, denn wir wollten wissenschaftlich nach den Ursachen der abrupten Stimmungswechsel während der Periode suchen und stellen uns folgende Fragen: Warum verhalten Frauen sich während ihrer „Tage“ so komisch? Warum werden die wenigsten Frauen Sterne-Köche? Was passiert während der Menstruation mit den Frauen? Sicher werden auch die Herren der Schöpfung mit fundierterem Wissen mehr Verständnis für Ihre Partnerinnen oder weiblichen Familienangehörigen aufbringen können!

Bei dem weiblichen Körper, der Fortpflanzungsfähigkeit der Menschheit und dem Hormonzyklus der Frau handelt es sich um ein sehr kompliziertes und komplexes Themengebiet. Dieser Artikel soll weder ein Medizin- oder Biologiestudium ersetzen, noch mit bio-chemischen Details langweilen. Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, der hat dazu anhand der Quellen-Angaben mehr Gelegenheitsmöglichkeiten.

Anzeige

Historisch wurden periodisierende Frauen in vielen Kulturen als unrein bezeichnet. Diese Einstellung findet man auch heute noch in Teilen dieser Welt. Dabei ist die Regelblutung ein reinigender Akt des weiblichen Körpers.

Die Zeichen für männlich und weiblich.

Vielmehr beabsichtige ich einen sozio-kulturellen Zusammenhang zwischen den körperlich-biologischen Abläufen und den Verhaltensmuster von uns Frauen herzustellen. Ziel dieser Zusammenfassung soll ein besseres Verständnis beider Geschlechter füreinander sein!

Die Periode: Der kleine Unterschied

Wenn es nach dem Lehrbuch geht, dann trifft es jedes Mädchen beziehungsweise jede Frau exakt alle 28 Tage: Die Periode, Regel, Menstruation oder die ‚Tage‘ ist beziehungsweise sind da. Bei der Blutung handelt es sich um Blut der Gebärmutter und um deren Schleim.

Mit Geschlechtsreife und beginnender Fortpflanzungsfähigkeit in der Pubertät setzt die erste Regelblutung – Menarche – bei jungen Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren ein. In ihrem Leben bekommt jede Frau durchschnittlich 450 bis 500 Regelblutungen bis die Menopause im Alter zwischen 45  und 55 Jahren einsetzt und die Wechseljahre beginnen.

Die Geschlechtsorgane der Frau bestehen aus 2 Eierstöcken, Eileitern, Gebärmutter und Vagina (Scheide). Es findet ein kompliziertes Wechselspiel von Hormonen wie RnGH, FSH, LH, Östrogene und Progesteron statt. Durch follikelstimulierende und luteinisierende Hormone (FSH und LH) werden in den Eierstöcken Eier herausgebildet. Es dauert ungefähr bis zur Zyklusmitte bis die Eizellen sich vom Eierstock lösen. Dieser Zeitpunkt wird Ovulation oder Eisprung genannt. Für Ihre Wanderung in die Gebährmutter (Uterus) steht Ihnen der Eileiter (Tube) zur Verfügung.

Die Gebärmutterschleimhaut wird auf die Eiaufnahme dank der vorher genannten Hormone und des Progesterons (Gelbkörperhormons) vorbereitet. Die Progesteronbildung wird durch den Eisprung ausgelöst. Wird das Ei befruchtet, dann nistet es sich in die Gebärmutterschleimhaut ein und wächst zu einem Fötus heran.

Findet keine Befruchtung statt, dann wird nur eine geringere Menge Progesteron ausgeschüttet und das führt zur partiellen Ablösung der Gebärmutterschleimhaut. Durch das Einsetzen der Regelblutung werden noch die Reste der Gebärmutterschleimhaut aus dem Körper gespült.

Die Anti-Baby-Pille

Bei der durchgehenden Einnahme von Hormonpräparaten, wie zum Beispiel der Pille, 3-Monats-Hormonspritze, hormonelle Spirale oder ähnliche Verhütungsmaßnahmen, kann eine jede Frau die Periode komplett verhindern. Am meisten Spielraum und Variationsmöglichkeit bietet die Anti-Baby-Pille, denn mit der Unterbrechung der Einnahme nach 21 Tagen kann eine Frau die Menstruation kommen lassen oder aber die „Pille“ auch Monat für Monat 28 Tage durchnehmen. Ganz wie es in ihr Leben passt.

Anzeige

Nicht allen geht es dabei gut

Viele Frauen leiden sowohl während der Regelblutung (Menstruation) als auch während des Eisprungs unter krampfartigen Unterleibsschmerzen, starken Kopfschmerzen und Übelkeit. Die Periodenlänge ist individuell verschieden, durchschnittlich dauert es 4 bis 6 Tage, in Einzelfällen kommen Abweichungen vor. Dabei sind die einzelnen Blutungs-Tage unterschiedlich stark.

Viele Frauen haben aber keinen regelmäßigen Zyklus, und das nicht nur während der Pubertät oder des Klimakteriums. Unregelmäßige Zyklen bedeuten für die Frauen, dass sie sich nicht auf die Periode einstellen können. Auch der Eisprung erfolgt nicht exakt am 14. Tag des Monatszyklus, was unter Umständen Probleme bei der Familienplanung machen könnte.

Stress, Körpergewicht und übermäßiges Sporttreiben beeinflussen den Hormonhaushalt und damit den Regelzyklus. Wohingegen das wohldosierte Ausüben von sportlicher Betätigung für einen regelmäßigen Menstruationszyklus sorgt.

Dann gibt es aber auch noch die Tage vor den „Tagen“

Wir sprechen vom sogenannten Pmenstruellen Syndrom, abgekürzt PMS. Durch den Einfluss des Gelbkörperhormons in der zweiten Hälfte des Zyklus‘ – also nach dem Eisprung bis zum Einsatz der Menstruation – fühlen sich einige Frauen extrem unbehaglich. Vermutlich ist die Doppel- und Dreifachbelastung der Frauen und der hektische Alltag des 21. Jahrhunderts Schuld an diesem Syndrom.

Hierbei handelt es sich um die Tage vor den „Tagen“, genauer gesagt zwei bis fünf Tage vor Beginn der Periode. Viele Frauen leiden – ohne es zu wissen – unter diesem Syndrom. Es kündigt sich nicht an, sondern durch hormonelle Veränderungen gerät das psychische und physische Befinden in Schieflage. Einige Frauen stehen diese Tage vor den „Tagen“ einfach durch, andere nehmen dagegen Anti-Depressiva ein.

Beispiele für körperliches Unwohlsein während des PMS sind:

  1. Bauchschmerzen
  2. Migräne
  3. Schlafstörungen
  4. Schmerzen in der Brust
  5. Durchfall
  6. Überkeit
  7. Wassereinlagerungen im Gewebe

Daraus können diverse seelische Befindlichkeitsstörungen entstehen:

  1. Gereiztheit, Streitbarkeit bis hin zur handfesten Aggression
  2. Konzentrationsschwäche
  3. Ungeduld
  4. Müdigkeit
  5. Allgemeines Unwohlsein

Mit Beginn des ersten Tages der Regelblutung sind die Symptome des Prämenstruellen Syndroms wieder verschwunden, aber nicht in jedem Fall. Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

Belastungsprobe für viele Paare

Differenzen eines Paares

Besonders die Tage des Pämenstruellen Syndroms bei Frauen stellen eine kritische Phase in Partnerschaften dar, denn den wenigsten Frauen ist bewusst, dass sie zickig, leidlich und oft auch streitsüchtig und unausstehlich sind. Hormonschwankungen tragen in erster Linie dazu bei, dass Frauen unter erheblichen Befindlichkeitsstörungen leiden. Ähnlich wie bei einer Schwangerschaft. Häufig laufen diese Prozesse unbewusst ab.

13 von 28 Tagen ist eine jede Frau durch Hormonumstellungen in ihrem Körper belastet. Es ist vollkommen individuell, ob eine jede Frau sich dadurch beeinträchtigt fühlt oder nicht. Weil das individuell so unterschiedlich ist, gibt es so viele Varianten von Verhütungsmitteln.

Den Herren der Schöpfung empfehle ich einen besonders liebevollen und rücksichtsvollen Umgang mit ihrer Partnerin, deren Körper gerade Schwerstarbeit verrichtet. Drücken Sie die Augen zu und legen nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Damit wäre einer jeden menstruierenden Frau sehr geholfen – mehr als wenn Sie mit ihr streiten.

Quellen:

Anzeige

Democratic Post unterstützen

Wenn Ihnen unser Artikel gefallen hat: Bitte unterstützen Sie diese Form des Journalismus.

Bitte wählen Sie:
Über den Autor
Nicole HahnHerausgeberin und Redakteurin

wurde 1962 in Hamburg geboren. Sie gründete im Juli 2015 zusammen mit Andreas Hecht die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion.

Druckversion
Webseite ausdrucken

Sorry, die Kommentare sind geschlossen.