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Wirtschaft Drittes Hilfspaket

Griechenlandkrise: Dahin fließen die Rettungs-Milliarden!

Die Griechenlandkrise: Da bleiben die ganzen Rettungs-Milliarden

Die Griechenlandkrise: Erfahren sie, wo die Rettungsmilliarden bleiben.

Griechenland bekommt in den nächsten drei Jahren rund 86 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Doch wo bleiben diese Milliarden eigentlich? So viel ist sicher: Das Volk erhält davon fast gar nichts. Wohin also fließen die Rettungs-Milliarden, wo bleibt diese extrem hohe Summe an Geld? Dieser Artikel beleuchtet für Sie die Fakten des dritten Hilfspakets.

Die Griechenlandkrise hält Europa weiterhin gefangen. Am kommenden Mittwoch stimmen die Abgeordneten über das sogenannte dritte Hilfspaket ab. Es geht um die unglaubliche Summe von 86 Milliarden Euro, die allerdings nochmals um weitere sechs Milliarden aufgestockt werden könnten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Dann würden wir über eine Summe von unglaublichen 92 Milliarden Euro reden. Diese Summe soll der griechischen Regierung bis 2018 zufließen. Zu Beginn dieses Jahres war man noch von einer deutlich geringeren Summe ausgegangen, da sollte es „nur“ um circa 20 Milliarden gehen. Nun geht es um weit mehr als das Vierfache.

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Griechenlandkrise: Wo die Milliarden des dritten Hilfspakets bleiben

Der größte Teil der Summe wird für die Ablösung von Altschulden benötigt und um die Zinsen für laufende Kredite überhaupt bedienen zu können. Bis 2018 müssen die Griechen dafür ungefähr 54 Milliarden zahlen. Das also wäre der Löwenanteil der 86 Milliarden Euro. Aufgeschlüsselt wären das 36 Milliarden für die Bedienung von Alt-Krediten und weitere 18 Milliarden für aufgelaufene Zinsen.

Keine Rückkehr an den Kapitalmarkt

Eine Rückkehr an den Kapitalmarkt, wie es Griechenland im Jahr 2014 kurzfristig gelungen ist wird es so schnell nicht geben. Obwohl gerade dieser Punkt so wichtig für das Land wäre. Denn hier geht es um private Investoren, die dem Land Geld leihen, verbunden mit vertretbaren Zinsen. Das wäre eine gute Möglichkeit, die marode Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Griechenlandkrise könnte mit privaten Investoren schneller der Vergangenheit angehören.

Dazu jedoch benötigt ein Land Vertrauen. Doch das Vertrauen in Griechenland tendiert nach den zähen und nicht immer sinnvollen Verhandlungen der letzten Monate gegen Null. Das wichtige – weil günstige – Geld des Kapitalmarktes wird es für Griechenland vorerst nicht geben.

Die alten Schulden Griechenlands müssen nun zuerst einmal mit den neuen Hilfs-Milliarden getilgt werden. Die Schulden bestehen hauptsächlich beim IWF und der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Zinsen der alten Kredite sind teilweise extrem hoch und die Laufzeiten sehr kurz. Benötigen würde Griechenland langfristige Kredite mit geringen Zinssätzen.

Schuldenschnitt oder nicht Schuldenschnitt

Je länger die Laufzeit der Kredite ist und je niedriger die Zinsen seien, desto leichter würde Griechenland die Rückzahlung fallen. Faktisch gesehen wäre das eine Art Schuldenschnitt. Doch ein richtiger Schuldenschnitt kommt zumindest für Deutschland nicht in Frage. Denn das würde nach Meinung der Bundesregierung gegen die Europäischen Verträge verstoßen. Nur im Fall eines Ausstiegs Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) wäre dies möglich. Allerdings hält der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Schuldenschnitt für absolut nötig.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht sicher dass sich der IWF an der Finanzierung beteiligen wird. Eine Beteiligung des IWF wird von den Faktoren Schuldentragfähigkeit und der möglichen Erleichterung Griechenlands durch die neuen Konditionen abhängig gemacht.

Hierzu muss noch im zweiten Halbjahr geprüft werden, ob und wie sehr sich die Griechen an die Reformauflagen halten. Erst dann könne über Schuldenerleichterungen überhaupt verhandelt werden. Zu diesem Zeitpunkt wolle auch der IWF entscheiden, ob er sich an einer Finanzierung beteiligen möchte. Die Überprüfung des griechischen Reformwillens dient ebenfalls dazu, die Höhen der weiteren Teilsummen festzulegen, die in den kommenden Jahren an das Land ausgezahlt werden. Auf diese Weise wurde auch beim ersten und zweiten Rettungspaket für Griechenland verfahren.

Die übrigen Milliarden: Dahin werden sie fließen

Weitere 25 Milliarden Euro werden an die griechischen Banken in Raten fließen. Die Banken benötigen eine dringende Rekapitalisierung, weil Ihr Kapital nicht mehr zur Vergabe von Krediten ausreicht. Die erste Rate an die Banken wird zehn Milliarden Euro betragen.

Die Banken haben sehr viele faule Kredite zu beklagen. Schuld daran ist auch die Wirtschaftskrise, die es vielen griechischen Unternehmen schwermacht, die laufenden Kredite zu bedienen. Die griechische Wirtschaft muss dringend stabilisiert werden, um Wachstum zu ermöglichen. Doch das ist genau das, was Griechenland fehlt, um wieder auf die Beine zu kommen. Ohne ein Wirtschaftswachstum werden die Rettungsmilliarden verschwendet sein und das Land wird langfristig zusammenbrechen, wie es die EU-Kommission bereits vorhersagte.

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Was für die griechischen Bürger bleiben wird

Bürger und Staat werden kaum etwas bekommen von den vielen Milliarden. Die lächerliche Summe von 4.5 Milliarden ist für die Füllung der maroden Staatskassen vorgesehen. Die sind allerdings schon verplant und weg, da Athen seit 2014 keine Hilfsgelder mehr bekam. Aus allen erdenklichen Quellen hatte die Regierung Geld für das Bedienen seiner Schulden zusammengekratzt. Nun sind alle Kassen leer und werden mit den 4,5 Milliarden wieder aufgefüllt werden.

Griechenlands Bürger werden nur eines in Zukunft zu spüren bekommen: Das knallharte Sparprogramm. Die Bürger Griechenlands müssen nun für die Fehler ihrer Regierungen büßen. Viele Menschen werden unter die Armutsgrenze fallen und nicht wissen, wie es weitergehen soll.

Wir werden wohl noch lange warten müssen, bis es wieder heißt: Hellas, von Grund auf frisch!

Drei sehr interessante Hintergründe zur Griechenlandkrise

Quelle:

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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