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Sahra Wagenknecht: Der Euro funktioniert nicht!

Wagenknecht stellt euro infrage

Screenshot aus dem Video

Die künftige Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat eine Debatte über den Euro an sich angestoßen. Sie sagt mit Recht, der Euro funktioniert einfach nicht. Der Rückhalt der Linken für den Euro bröckelt, denn er wird als „Projekt der herrschenden Kasse“ eingestuft.

Die designierte Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat den Euro infrage gestellt. „Es zeigt sich einfach, dass der Euro nicht funktioniert, sondern immer größere wirtschaftliche Ungleichgewichte erzeugt, und am dramatischsten zeigt sich das eben in Griechenland“, sagte Wagenknecht der Welt. „Darum beginnt in der Linken zu Recht eine Debatte darüber, welchen Spielraum eine Politik jenseits des neoliberalen Mainstreams im Rahmen des Euro überhaupt hat oder ob wir dieses Währungssystem nicht generell in Frage stellen müssen.“

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Damit setze Wagenknecht sich in einer europaweit unter Linken geführten Debatte an die Spitze jener, die sich vom Euro abwenden, schrieb die Zeitung.

Die Linke: Die Kritik am Euro

Auch von Seite der Linken fallen mittlerweile Sätze, die man vorher nur von der Afd und einigen wenigen Mitgliedern der CDU/CSU hörte. Der Euro verliert seine Magie, die bei näherem Hinsehen nur schöner Schein war. Nun fürchten auch große Teile der Linken, dass die Ereignisse in Griechenland langfristig zu einer tiefen Enttäuschung über die Politikfähigkeit der Partei führen könnten.

Griechenland spürt diesen Prozess bereits, die linke Regierungspartei Syriza zerbricht gerade an den Zugeständnissen, die Tsipras den Gläubigern machen musste. Sicher, dieser Wandel ist radikal und revolutionär. Doch die Kritik in Griechenland, Frankreich und auch Deutschland wächst immer mehr.

Vernichtung nationaler Souveränität

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Anhand des vorgelegten Papiers würde deutlich zu erkennen sein, wohin die Reise mit dem Euro gehen soll. Alles soll darauf hin deuten, dass es immer mehr Integrationsschritte geben wird, die jegliche nationale Souveränität erledigen werden.

Anscheinend soll in der Zukunft die Haushalts- und sogar die Lohnpolitik in den Mitgliedsstaaten von EU-Technokraten gesteuert werden. Das ist eines der schlimmsten Szenarien, die denkbar sind. Denn es wird dann keinerlei Raum mehr für demokratische Entscheidungen geben. Die Ergebnisse der Wahlen sind nur noch Makulatur und irrelevant. Genau das erleben wir gerade in Griechenland.

Die Tragik für die europäischen Linken

Wer die Tragik der linken Situation erfassen will, muss die Ereignisse in Griechenland im europäischen Zusammenhang sehen. Nur in Griechenland verfügt eine linke Partei über einen nennenswerten Einfluss. In allen anderen Ländern rangieren Linke unter „ferner liefen“.

Alle Hoffnungen lagen auf Syriza. Als diese an die Macht kamen, wurde ihnen die einmalige Chance gegeben, klare linke Akzente in der griechischen Politik zu setzen und gegen die Gläubiger des Landes zu setzen. Alle in ihn gesetzten Erwartungen hat Alexis Tsipras enttäuscht. Einige sehen ihn bereits als Verräter an.

Sein früherer Finanzminister Giannis Varoufakis gab ihm einst den Rat, Schuldscheine zur Erschaffung einer eigenen Währung auszugeben und die Banken alle zu verstaatlichen. Doch dieser Zug scheint abgefahren. Vielleicht war es der beste Rat, den Tsipras je während seiner Amtszeit bekam.

Ob und in welcher Form der Euro noch zu halten sein wird, ist fraglich. Das muss die Zukunft zeigen. Griechenland kann man nur Wünschen, dass es den Euro-Wahn heil überstehen wird.

Das Video zum Beitrag: Sahra Wagenknecht stellt den Euro infrage

https://youtu.be/Ig8ZiEqPLRs

Quelle:

Die Welt

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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