Democratic Post

Kritische Texte und kontroverse Meinungen

Leitartikel Flüchtlingsschwemme

Völkerwanderung nach Europa: Wie viele Flüchtlinge kommen wirklich?

Junge aus Afrika

Die gespaltene deutsche Gesellschaft

Mit Freude und Respekt habe ich Einsatz des Aktivisten, Juristen und Blogger Heinrich Schmitz („The European“) sowie den Regisseur und Schauspieler Til Schweiger („Honig im Kopf“) verfolgt.  Meines Erachtens sind es viel zu wenig Prominente, die ihren Einfluss so leicht geltend machen könnten. Zum Beispiel Helene Fischer sollte auch ihre Popularität in mitmenschlicherweise nutzen und nicht nur zum Vorteil einer Flugbuchung.

Umso entsetzter war ich über die Hetze und Schmach bis hin zur Bedrohung, die von narzisstischen Mitgliedern unserer Gesellschaft ausgingen, übrigens in Ost und West. Nicht nur in Heidenau in Sachsen oder in Mecklenburg-Vorpommern „erblüht“ das braune Gedankengut, ebenso im tiefsten Oberbayern oder in Dortmund und quer durch alle Schichten.

Dennoch fiel mir in den Social Media und Online-Magazinen in den Kommentaren auf, dass es vorwiegend Menschen mit niedrigerem Bildungsstandard – der Rechtschreibung und Interpunktion nach zu urteilen – sein müssen. Diese Menschen hat die Politik nicht auf der Liste und im Stich gelassen und die müssen wir als Gesellschaft dringend aus der rechten Ecke wieder herausholen!

Am 28. August 2015 veröffentlichte Oliver Pocher eine interessante und sehenswerte Aktion – schauen Sie selbst:

 

Meine Interpretation der Pocher-Videos

Junge Männer, wie sie überall in Deutschland leben könnten, die zum Glück wenigstens teilweise einer Ausbildung oder Arbeit nachgehen. Auffallend ist die Haltung, keinen Standpunkt beziehen zu wollen und keine Zivilcourage zu besitzen, um gegen die aufbegehrenden Neo-Nazis Stellung zu beziehen. Stattdessen spielen sie nur Zaungast – das haben 1933 auch viele gemacht und dann hatten wir den Herrn Hitler, der 120 Millionen Menschen auf dem Gewissen hatte!

Im zweiten Teil interviewt Oliver Pocher eine angehende Friseurin, die sich darüber beschwert, dass sie von Flüchtlingen angemacht oder „angemiezt“ wurde. Wenn sie aber ins Ausland in den Urlaub fährt, dann ist es wahrscheinlich in Ordnung.  Soll sie bei ihrem Aussehen doch froh sein, dass sich überhaupt noch jemand für sie interessiert… außerdem kann ihr das auch durch deutsche Männer widerfahren. Eventuell sollte dieses Weibsbild nicht nur mit einem Bikini-Oberteil und bauchfrei herumlaufen.

Anschließend lief ein Herr im Rentenalter samt seines Pudels Herrn Pocher über den Weg, der ja eigentlich gar nichts gegen Ausländer und Flüchtlinge hat, aber… Nachtigall ick hör dir trapsen!

Eigentümlicherweise hat der weiße Hund nur den schwarzen Mann angekläfft – das ist ja komisch, denn woher – außer von seinem Herrchen anerzogen – soll der Hund mit seinem Spatzenhirn dieses Verhalten sonst haben?

Immer wieder kamen von verschiedenen Personen sinngemäß folgende Statements:

  1. Gute Asylanten sind Kriegsflüchtlinge.
  2. Sozialschmarotzer will man hier nicht haben.
  3. Wenn das Hotel voll ist, dann geht eben nichts mehr.
  4. Ein paar würde man ja gern aufnehmen, aber es sind zu viele.

Was sich erschreckenderweise geändert hat

Noch vor 20 Jahren hat, außer dem harten Kern der NPD-Anhänger und ähnlicher Gruppierungen, sich keiner getraut, öffentlich solche rechtspopulistischen Sprüche auszusprechen oder im Netz mit Bild und Namen zu posten. Heute scheint das braune Gedankengut salonfähig geworden zu sein und das sollte uns allen Angst machen. Das könnte der nächste Schritt in die falsche Richtung sein. Lesen Sie hierzu auch diesen Artikel.

Von 80 Millionen Einwohnern in der Bundesrepublik erreichen Change.org-Petitionen wie #HeimeOhneHass nur um die 40.000 Unterschriften. Dem Rest der Republik ist das entweder egal – ich hoffe, dass das die Majorität ist – oder sie gehören zu der Seite mit dem entgegengesetzten Vorzeichen.

Ich hätte einen nationalen Aufschrei erwartet und die Solidarität der Mehrheit. Stattdessen werden Blogger so massiv bedroht, dass sie zum Schutz ihrer Familie aufgeben; wir berichteten. umso größer wird mein Respekt vor Til Schweigers Haltung, der noch nicht aufgegeben hat.

Denkenswertes

I.

Die Würde des Menschen ist unantastbar (Artikel 1, GG); egal welche Hautfarbe, welches Geschlecht, welcher Glaubensrichtung oder Herkunft ein Mensch besitzt. Das deutsche Volk bekennt sich darin zu den unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, für den Frieden und Glauben in der Welt. Diese Inhalte sollten in allen Schulformen Deutschlands ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt werden.

II.

Aus dem Volksmund spricht immer die Angst, dass die „Ausländer“ den Deutschen die Wohnungen und die Arbeit wegnähmen. In Zukunft womöglich auch noch die Frauen?!

Im Hinblick auf diejenigen, die diese Aussage treffen, ist es vollkommen irrelevant, ob ein Flüchtling oder Asylsuchender einen Arbeitsplatz bekommen oder eine schöne Wohnung beziehen. Denn derjenige, aus dessen Worten Missgunst und Habgier sprechen, hätte weder den Arbeitsplatz noch die Wohnung erhalten. Außerdem hätte er ja dazu Gelegenheit gehabt sich ebenso darum zu kümmern.

Kein Sozialhilfeempfänger oder Arbeitsloser bekommt mehr oder weniger Transferleistungen (Hartz IV, Wohngeld etc.) nur weil es mehr oder weniger Flüchtlinge sind, die wir unterstützen.

Wir leben in einem Land, das auf der Basis der sozialen Marktwirtschaft geregelt ist. Jeder in Deutschland lebende Einwohner ist seines eigenen Glückes Schmied. Ist ein sogenannter „Zugereister“ tüchtiger als ein entsprechender Deutscher, dann kann doch niemand dem „Gastarbeiter“ seinen Erfolg zum Vorwurf machen.

III.

Die Sozialschmarotzer, also Menschen die nach Deutschland kommen, um sich wie die Made im Speck mit Hartz IV-Leistungen durchfüttern zu lassen, sind die Minderheit. Ebenso die farbigen Drogendealer und die Kriminellen aus den Balkanstaaten oder den Staaten der ehemaligen Republik Jugoslawien.

Das Argument, dass der Steuerzahler solche Menschen hier mit durchfüttern müsse, ist geradezu lächerlich und nur vorübergehend. Zeitarbeitsfirmen haben bereits ihre Beteiligung an den Ausbildungskosten angekündigt, ergo gibt es einen Bedarf an Fach- und vor allem Pflegekräften. Insofern handelt es sich hier um eine Investition in die Zukunft.

Es wird hingegen hingenommen, dass Steuergelder verschwendet werden durch unsinnigen, nicht genutzten Straßen- und Brückenbau, die Anschaffung der G36-Gewehre für die Bundeswehr  oder die Renovierung des Bonner Plenarsaals, obwohl der Umzug des Parlaments nach Berlin schon beschlossene Sache war. Darüber regt sich in Deutschland kaum jemand auf.

IV.

Europa bzw. die Europäische Union muss jetzt schnellstens einen Flüchtlingsverteilungsschlüssel auf den Weg bringen – und zwar prozentual entsprechend des Brutto-Inlandsprodukts eines jeden Mitgliedsstaates.

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Quintessenz und mein Apell

Wir reisen alle gern, vor allem die Bürger der neuen Bundesländer waren geradezu versessen darauf auch andere Herren und Länder kennenzulernen. Nun kommen Menschen zu uns, die von fernen Ländern und von 1001 Nacht erzählen können.

Nutzen wir doch die Möglichkeit zur Vielfalt. Seien wir doch einfach neugierig auf unsere neuen Gäste. Zeigen wir ihnen eine Willkommenskultur wie es uns die Briten vorleben.

Ich finde, dass es zu den Grundwerten unserer abendländischen Kultur gehört, gegenüber den Schwachen, Hilflosen und denen, die alles verloren haben, christliche Nächstenliebe mit den andersartigen Menschen zu praktizieren. Diese Grundwerte gehen mit zunehmender Abkehr vom Glauben proportional verloren. Dagegen sollte die Gesellschaft steuern!

Versuchen Sie sich in die Lage derer zu versetzen, die ihre Heimat verließen – eine Umgebung, die vertraut war -, alles außer der Kleidung am Körper und ein paar persönliche Utensilien mitnahmen, und hier in eine vollkommen fremde Kultur und Sprache  kommen. Nicht wissend wie es weiter geht – und denen schlägt dann blanker Hass entgegen oder Schlimmeres.

Das habe ich bisher im Ausland noch nie erlebt und dafür schäme ich mich auch!

Wiederholen wir die Fehler der Vergangenheit nicht, mit der verfehlten Integrationspolitik der 1950er und 1960er Jahre bezüglich der türkischen Gastarbeiter. Nutzen wir die Chance, eine Multi-Kulti-Gesellschaft zu installieren, und das nicht nur via Internet sondern live.

Das Zulassen des Andersartigen macht eine freiheitliche, tolerante Gesellschaft aus und nicht die Engstirnigkeit und Spießigkeit des Neids! Das ist einfach nur kleingeistig und dumm.

Unser Dank gilt den vielen privaten Flüchtlings-Helfern und den Hilforganisationen, die die verfehlte Planung der Bundesregierung stellvertretend für das deutsche Volk wieder auffangen!

Als Belohnung für Ihr Durchhaltevermögen kommt hier noch ein Video-Post der hoffnungsvollen Art aus meiner Heimatstadt Hamburg.

Quellen:

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Inhaltsverzeichnis

Über den Autor
Nicole HahnHerausgeberin und Redakteurin

wurde 1962 in Hamburg geboren. Sie gründete im Juli 2015 zusammen mit Andreas Hecht die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion.

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