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Politik Krieg in Syrien

Alltag in Syrien: Kinder spielen neben Autobomben

Ein 24jähriger will Dokumentarfilmer werden und hat die Idee, einen Film über eine Hilfsaktion in Syrien zu drehen. Er begleitet die Helfer von der Abfahrt in Deutschland bis hin zur Ankunft in Syrien. Schnell muss er einsehen, dass in Syrien nichts so ist, wie es erscheint. Die Wirklichkeit und das Leid treffen ihn bis ins Mark. Sein mehr als beeindruckender Film zeigt, wovor die Menschen fliehen, die heute als Flüchtlinge bei uns Schutz suchen.

Hubertus Koch hat nichts: Keine Kamera, kein Computer, kein Equipment und nicht gerade viel Erfahrung. Aber der 24jährige will Dokumentarfilmer werden und er hat eine Idee: Ein Film über eine Hilfsaktion für Syrien. Von der Abfahrt in Deutschland bis zur Ankunft in Syrien will er die Helfer begleiten. Und tatsächlich: Nur wenige Monate später sitzt Hubertus auf dem Beifahrersitz auf dem Weg nach Syrien.

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Krieg in Syrien: Die Realität

Aber einmal angekommen ist nichts, wie er es sich vorgestellt hat. Nach nur fünf Stunden in Syrien ist Hubi am Ende. Die Wirklichkeit und das Leid des Krieges treffen ihn mit voller Gewalt. Den Film, so wie er ihn geplant hatte, kann er vergessen. „Syrien ist kein Wochenendurlaub, kein verdammtes Seminar“, sagt er. Und er wird wütend. Wütend auf alle, die nicht hinschauen, wütend auf alle, die Syrien vergessen haben.

Er nimmt seine Kamera wieder in die Hand, denn er will erzählen. Erzählen, was er gesehen und erlebt hat. Als ein junger Mann, als einer der Generation Ballerspiel und Komasaufen, dem Syrien im Grunde so egal war, wie allen anderen. Vor diesem Film.

Die Völkerwanderung

Seit dem Zweiten Weltkrieg sind nicht mehr so viel Menschen auf der Flucht gewesen, wie es heute der Fall ist. Fast 60 Millionen Menschen fliehen vor Gewalt, Tod und Terror aus Ländern, in denen der Tod der tägliche Begleiter der Menschen ist.

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Auch wenn manche Menschen in Deutschland das Gefühl haben, dass all diese Flüchtlinge nach Deutschland unterwegs seien, so trügt dieses Gefühl vollends. Der Großteil der Flüchtlinge sind sogenannte Binnenflüchtlinge, die innerhalb ihres eigenen Landes Schutz in anderen Regionen ihres Landes suchen.

Diejenigen, die doch ins Ausland flüchten suchen zumeist Schutz in den direkten Nachbarländern wie der Türkei. Der überwiegende Teil der im Ausland Schutzsuchenden hofft dort auf eine Verbesserung der Umstände im Heimatland und möchte so schnell wie möglich dorthin zurückkehren.

© UNHCR | Globale Flüchtlings-Trends aus 2014

© UNHCR | Globale Flüchtlings-Trends aus 2014

Laut UNHCR suchten in 2014 in der Türkei 1,6 Millionen und im Libanon 1,1 Millionen Menschen Schutz. Vergleichen wir die Zahlen mit der Einwohnerzahl dieser Länder, kommen im Libanon zum Beispiel 252 Flüchtlinge auf 1.000 Einwohner. Die europäischen Zahlen lesen sich da schon sehr viel humaner. Die Schweden kommen als Spitzenreiter auf 8 Flüchtlinge pro 1.000 Einwohner und in Deutschland sind es lediglich 3. Von einer Überfremdung zu sprechen fällt angesichts dieser Zahlen schon recht schwer.

Petition gegen Fremdenhass auf Campact.de unterzeichnen »

Links zum Beitrag:

UNHCR Global Trends Forced Displacement in 2014 – PDF

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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