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Religionen Das koranische Gesetz

Die Scharia: Der Schlüssel zum Verständnis des Korans

Die Wahrheit über die Scharia: Das müssen Sie wissen

Die Scharia, das koranische Gesetz

Fast jeden Tag ist der Islam in den Schlagzeilen durch den Islamischen Staat (IS). Der IS beruft sich in vielen Bereichen seiner terroristischen Handlungen auf die Scharia, das Gesetz des Korans. Doch die Scharia ist nicht das, wofür sie von der Terror-Miliz ausgegeben wird. Dieser Beitrag bringt Ihnen die Wahrheit über die Scharia näher.

Die Scharia ist das Gesetz des Korans und bedeutet wortwörtlich übersetzt: Weg zur lebensspendenden Wasserquelle. Die Scharia ist ebenfalls tief in der abramischen Tradition verwurzelt, denn der Ursprung des hebräischen Wortes Thora das gleiche bedeutet.

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Man könnte fast sagen, dass die Scharia das koranische Gegenstück zu den Zehn Geboten des Christentums ist. Viele falsche Annahmen existieren über die Scharia, da sie gern so ausgelegt wird, wie es vielen islamischen Terroristen gefällt. Die wahre Scharia ist jedoch eine sanfte und gerechte Gesetzgebung, die niemandem aufgezwungen werden darf.

Die Wahrheit über die Scharia: Das bedeutet Sie wirklich

Die Scharia besteht aus fünf wichtigen Teilen, nach denen jeder Muslim leben sollte.

  1. adab: Verhalten Moral, Sitte und Anstand
  2. ibadah: Rituelle Anbetung
  3. i’tiqadat: Glaube
  4. mu’amalat: Geschäfte und Verträge
  5. `uqubat: Bestrafungen

Diese fünf Teile sollen eine vereinte Gesellschaft bilden, die auf Gerechtigkeit, Pluralismus und Justiz basiert. Jeder Gläubige innerhalb dieser Gemeinschaft soll sich daran halten und danach leben.

Wirklich interessant ist, dass die Scharia explizit verbietet, einem Menschen etwas gegen seinen Willen einfach aufzuzwingen. Der große Heilige des Islams – der Prophet Mohammed – ging mit allerbesten Beispiel voran und zeigte, dass die Scharia nur eingeführt werden darf, wenn die Menschen auch bereit sind, dieses Gesetz anzunehmen.

Keine Regierung oder Gruppierung darf die Scharia einführen, wenn die Menschen um die es letztlich geht, sich dieser nicht freiwillig unterwerfen möchten.

Somit handelt der Islamische Staat gegen den Willen Mohammeds und gegen den Koran.

Auch die Staatform Kalifat, den der IS ausgerufen hat, begründet sich nicht auf dem Koran. Tatsächlich bevorzugt der Koran keine spezielle Staatsform. Doch er verlangt, dass die vom Menschen gewählte Staatsform auf absoluter Gerechtigkeit basiert.

Allah gebietet Gerechtigkeit und uneigennützig Gutes zu tun und zu spenden wie den Verwandten; und Er verbietet das Schändliche, dass offenbar Schlechte und die Übertretung. Er ermahnt euch, auf dass ihr es beherzigt. (16:91)

Eine Bevorzugung aufgrund eines Glaubens wird nicht erwähnt. Das Regieren mit absoluter Gerechtigkeit ist die Scharia, der jüdische König Solomon regierte einst basierend auf den Prinzipien der Scharia.

Sollen Religion und Staat eine Einheit bilden?

Auch das ist nicht der Fall. Denn der Koran lehrt, dass die Religion nicht die Aufgabe eine Staats ist. Ganz im Gegenteil, eine strikte Trennung von Staat und Religion wird sogar vom Koran bevorzugt. Die Scharia ist eine persönliche Beziehung eines Gläubigen mit Gott.

Auch diesen Aspekt lebte der Prophet Mohammed vor, als er der Herrscher Arabiens war und im Vertrag von Medina festschrieb, dass bei den Muslimen die Scharia und bei den Juden das Gesetz der Thora gelten sollte. Die Scharia wurde niemandem aufgezwungen, weil der Koran das verbietet.

Es steht eindeutig geschrieben: Es gibt keinen Zwang im Glauben (2:257)

Die Scharia gebietet den Muslimen die Loyalität zu den geltenden Gesetzen des Landes, in dem er lebt. Die deutschen Muslime müssen daher das Grundgesetz genauso einhalten und ehren, wie die amerikanischen Muslime die US-Verfassung.

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Wozu benötigen die Muslime die Scharia noch heute?

Man könnte sich die Frage stellen, ob man die Scharia verbieten sollte, da ja in deren Namen so viel Schmerz und Terror geschieht.

Betende Muslime in einer Moschee

Betende Muslime in einer Moschee

Doch auch in der heutigen Zeit ist die Scharia für den gläubigen Muslim unverzichtbar, denn sie regelt die Beziehung eines Gläubigen zu seinem Gott. Westliche Muslime leben nach den islamischen Riten. Die Scharia regelt die Riten des Heiratens, des Erbens, der Scheidung und der Verträge, wie zum Beispiel Testamente.

Niemand darf den Muslimen die Scharia wegnehmen, genauso wenig wie man den Juden und den Christen Ihre Riten nehmen darf. Die Juden zum Beispiel behandeln ihre Rechtsangelegenheiten auch heute noch durch die rabbinischen Gerichte. Auch die Christen haben ihre Riten, die kirchlichen Würdenträger führen Heiraten durch und erteilen die letzte Ölung.

Zudem würde ein Scharia-Verbot eindeutig gegen Artikel 4 unseres Grundgesetzes verstoßen. Dort steht geschrieben:

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Die Scharia über andere Religionen

Die Scharia regelt auch ganz klar den Umgang mit anderen Religionen. Sie sagt die absolute Religionsfreiheit zu. Auch Gewissen und Moral wird geregelt, es werden sogar eindeutige Handlungsvorschläge in Bezug auf andere Religionen gemacht.

Der Koran und die Scharia gehen sogar so weit, dass die Muslime verpflichtet sind, für die Rechte der Christen, der Juden und anderer Glaubensgemeinschaften zu kämpfen und deren Gotteshäuser vor Angriffen zu schützen (22:41).

Die Scharia gebietet ihren Gläubigen, an alle rechtmäßigen Propheten anderer Religionen zu glauben. Sie müssen an Jesus, Moses, Abraham, Krishna und auch Buddha glauben und deren Anhänger respektieren.

Der islamische Prophet Mohammed wurde einst auf friedliche Art der Herrscher über Arabien. Er schützte die Religionsfreiheit eines jeden Einwohners Arabiens. Er setzte durch, dass jedermann in Arabien seinem Glauben ohne jede Einschränkung nachgehen durfte, egal ob er Jude, Christ, Muslim oder etwas anderes war.

Unterdrückung im Namen der Scharia

Sehr viel Leid geschieht im Namen der Scharia. Viele Staaten berufen sich auf die Verwendung der Scharia und Unterdrücken ihre Völker. Doch diese Staaten wenden nicht die Scharia an, sondern ein aus der Luft gegriffenes Recht, dass nur Scharia genannt wird. Denn die wichtigste Eigenschaft der Scharia haben diese Länder vernachlässigt: Die Gerechtigkeit.

Die Scharia wird nur als Ausrede benötigt, um die eigene Macht zu erweitern und religiös angehauchte extremistische Sanktionen zu verhängen.

Kein Land der Welt handelt nach der Scharia

Kein Land auf dieser Welt handelt heute korrekt nach der Scharia. Vor allem nicht die muslimischen Länder. Europa und die USA sind im Sinne der Scharia sogar islamischer als die muslimischen Staaten, weil die Glaubens-, Rede- und Meinungsfreiheit gesetzlich zugesichert werden.

Denn all das sind Kennzeichen der Scharia. All jene Länder, welche im Namen der Scharia unterdrücken und foltern stehen letztendlich nur auf einer Stufe mit den Terroristen des Islamischen Staats.

Die Grundprinzipien des Korans werden aus dem Konzept gerissen

Einige Verse aus dem Koran werden gleichermaßen von Kritikern und Extremisten zitiert. Besonders die „gewalttätigen“ Verse werden gerne zitiert. Doch kaum jemand beschäftigt sich ausführlich und ehrlich mit diesen Versen, denn das ließe schnell erkennen, dass jene Verse völlig aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Natürlich würde das die Kritiker und erst recht die Extremisten niemals zugeben. Doch die Scharia leitet einen Gläubigen nur auf einen persönlichen Weg zu seinem Gott, jedoch nicht auf den Pfad des Krieges, der Folter und des Todes.

Quelle:

Huffingtonpost.com

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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