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Massenschlägerei im Flüchtlingsheim: So hilflos ist die Polizei

Immer öfter kommt es zu Massenschlägereien in Flüchtlingsheimen. Die Polizei ist hilflos.

Immer öfter kommt es zu Massenschlägereien in Flüchtlingsheimen. Die Polizei ist hilflos.

Ein Original-Polizeibericht dokumentiert die Hilflosigkeit der Polizei bei Massenschlägereien in den Flüchtlingsheimen. Der Bericht schildert die Lage – erschreckend nüchtern und sehr eindrucksvoll. Der Bericht liegt uns vor und wird verlinkt.

Massenschlägereien unter den Flüchtlingen, die manchmal auch auf Bürger überschnappt ist Alltag in den Flüchtlingsaufnahmestellen Deutschlands. Wie man dieses Problem in den Griff bekommen soll, ist noch unklar. Zu hilflos ist unsere Polizei, sie wird der Lage meist erst nach Stunden Herr. Wir alle wissen, dass es so nicht weitergehen kann. Doch eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

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Massenschlägerei im Flüchtlingsheim: Auch das sind die Auslöser

Natürlich kann es auch an der Enge in den Aufnahmelagern liegen und an der fast völlig fehlenden Privatsphäre. An der Langeweile, die nach Monaten der Flucht plötzlich auftritt. Ohne jede Vorwarnung flackert die Gewalt auf und die Brutalität entlädt sich. Zuletzt am Montagabend auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Friedland, wo circa 100 Asylbewerber brutal aufeinander losgingen.

Der recht profane Grund war ein einziger Kuss auf die Wange einer verheirateten Frau. Halbwegs verständlich wäre es, wenn der Küsser und der Ehemann der Dame aneinander gerieten und eine Schlägerei zwischen den beiden entbrennen würde. Doch daraus eine Massenschlägerei anzuzetteln ist nicht nachvollziehbar.

Bis in die späte Nacht waren rund 90 Polizeibeamte im Einsatz und versuchten die Lage zu entschärfen. Blaulicht, Schlagstöcke und Festnahmen konnten erst nach einigen Stunden die erhitzten Gemüter wieder beruhigen. Der nach diesem Einsatz geschriebene Polizei-Bericht schildert die Lage sehr nüchtern, äußerst detailliert und im besten Beamtendeutsch.

Geschildert werden vier eingeleitete Ermittlungsverfahren der Polizei Göttingen, die „aufkeimenden Aggressionen“, die sich am Einsatzort „einfanden“ und der Einsatz des „Einsatzmehrzweckstocks“ gegen die aggressiven Asylanten.

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Der Polizeibericht im Original-Wortlaut

POL-GOE: (593/2015) Bilanz nach Großeinsatz in der LAB NI: Insgesamt vier Ermittlungsverfahren von der Polizei Göttingen eingeleitet

06.10.2015 – 13:13

»Göttingen (ots) – FRIEDLAND (jk) – Im Zusammenhang mit dem Großeinsatz auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) in Friedland (Kreis Göttingen, siehe unsere Pressemitteilung Nr. 592 vom 06.10.15) hat die Polizei insgesamt vier Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, Körperverletzung und Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Noch im Laufe der Nacht wurden weitere Informationen zum vermuteten Tathergang bzw. Auslöser der Konfrontation zusammengetragen.

Den derzeit vorliegen Erkenntnissen zufolge, küsste der 52 Jahre alte Iraker gegen 18.00 Uhr in einem Friedländer Supermarkt die 28-jährige verheiratete Frau aus Afghanistan mutmaßlich gegen ihren Willen auf die Wange. Beide Personen sind in der LAB NI untergebracht.

Einige Zeit danach wurde der Iraker von der betroffenen Frau, deren Ehemann und einem weiteren Flüchtling aus Afghanistan auf dem Unterkunftsgelände festgestellt und sollte offenbar „gemaßregelt“ werden. Beim Aufeinandertreffen der Parteien trat die 28-Jährige dem 52-Jährigen gegen das Bein. Vor Ort anwesende Beamte der Bereitschaftspolizei, die auf dem Gelände regelmäßig Präsenzstreifen versehen, wurden auf die aufkeimenden Aggressionen aufmerksam. Durch sofortiges Einschreiten konnten die Polizisten Übergriffe des Ehemannes und seines Begleiters auf den Iraker unterbinden und die Beteiligten räumlich voneinander trennen.

Die Situation sorgte schnell für starkes Aufsehen in der Einrichtung, so dass sich innerhalb kürzester Zeit ca. 100 Flüchtlinge beider Nationalitäten am Ereignisort einfanden. Die Stimmung war zunehmend aufgeheizt und aggressiv.

Über die Lage-und Führungszentrale der Polizeidirektion Göttingen wurden vor diesem Hintergrund sofort alle verfügbaren Funkstreifen von anderen Dienststellen, darunter auch aus der benachbarten Polizeiinspektion Northeim/Osterode und dem Polizeipräsidium Nordhessen angefordert, um eine Eskalation der Lage zu verhindern.

Trotz der zuvor durchgeführten Trennung konnte ein weiterer Afghane den Iraker während des unübersichtlichen Geschehens angreifen und treten. Der Mann wurde sofort von Einsatzkräften überwältigt.

Um eine Beruhigung der Lage herbeizuführen, transportierten Einsatzkräfte den Iraker und die drei Afghanen zur Polizeidienststelle nach Göttingen. Die 28 Jahre alte Frau musste aufgrund einer plötzlichen aufgetretenen Erkrankung mit einem Rettungswagen in die Krankenstation der LAB eingeliefert werden. Die genaue Ursache hierfür ist noch unbekannt. Die Ermittlungen dazu dauern an.

Der 52-jährige Iraker wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen incl. einer Gefährderansprache nicht wieder zurück nach Friedland gebracht. Er kam stattdessen in eine andere Unterkunft.

Da sich die Lage vor Ort noch immer nicht beruhigen ließ, wurde erneut unter Zuhilfenahme von Sprachmittlern versucht, beruhigend auf die beiden Personengruppen einzuwirken.

Über Lautsprecher führte die Polizei außerdem weitere Gefährderansprachen durch und forderte anwesende Flüchtlinge auf, sich zu entfernen. Dieser Aufforderung kam ein Großteil zunächst nach und die Lage beruhigte sich. Wenig später erschienen beide Flüchtlingsgruppen jedoch erneut vor Ort und provozierten sich gegenseitig verbal.

Der Polizei gelang es trotz der großen Zahl an Einsatzkräften nur mit Schwierigkeiten, ein Aufeinandertreffen der Kontrahenten zu verhindern. Es wurde mehrfach vergeblich versucht, die Distanz zwischen den rivalisierenden Gruppen zu vergrößern. Zur Durchsetzung der Maßnahme musste schließlich unmittelbarer Zwang in Form von körperlicher Gewalt angewendet sowie in zwei Fällen kurzfristig vom Einsatzmehrzweckstock Gebrauch gemacht werden.

Erst nach erneuter Einflussnahme der Sprachmittler auf die Gruppe der Iraker, suchten diese schließlich ihre Unterkünfte auf und die Situation entspannte sich. Auch die Afghanen entfernten sich daraufhin.

Zur Verhinderung weiterer Eskalationen wurde das gesamte Unterkunftsgelände im Anschluss intensiv von der Polizei bestreift. Den Rest der Nacht blieb es daraufhin ruhig. Zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht.

Ein 19-jähriger Afghane, der nach derzeitigen Informationen während der Auseinandersetzung als Rädelsführer agiert haben soll, wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen und nach Göttingen gebracht. Auch er erhielt eine Gefährderansprache mittels Dolmetscher. Zurück in die LAB NI durfte er nicht. Nach Ende der polizeilichen Maßnahmen wurde der 19-Jährige ebenfalls in einer anderen Unterkunft untergebracht.

Die Polizei führte an diesem Abend insgesamt sechs Identitätsfestellungen und ebenso viele Gefährderansprachen durch und sprach zwei Platzverweisungen aus. Vier Personen wurden körperlich durchsucht. Rund 90 Beamte waren im Einsatz.

Die weiteren Ermittlungen dauern an.«

Download des Polizeiberichts als PDF-Datei

Video:

Schlägerei zwischen 200 Flüchtlingen in Erstaufnahmelager in Hamburg-Bergedorf.

In einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hamburg-Bergedorf ist es zu
Auseinandersetzungen zwischen zwei größeren Flüchtlingsgruppen gekommen –
die Polizei rückte mit 50 Einsatzkräften zum Einsatz aus.

Quelle:

Polizeidirektion Göttingen: POL-GOE: (593/2015) Bilanz nach Großeinsatz in der LAB NI: Insgesamt vier Ermittlungsverfahren von der Polizei Göttingen eingeleitet

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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