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Merkel bei Anne Will – Werbeveranstaltung und wirre Träume

Merkel bei Anne Will - Die Werbeveranstaltung der Kanzlerin

Die Sendung geriet zur reinen Werbeveranstaltung für die Kanzlerin.

Wir stellen Ihnen ein Video des Abends bei Frau Will vor, in dem die wirren Träume der Frau Merkel harten Fakten gegenüber gestellt werden. Anne Will hatte letzten Mittwoch die Bundeskanzlerin zu Gast, mit Spannung wurde diese Sendung erwartet. Was hätte daraus nicht alles entstehen können.

Deutschland hätte Antworten erwartet und erhielt leider nur inhaltsloses Werbegeschwätz der Kanzlerin.

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Angela Merkel bei Anne Will heißt, dass es keine anderen Gäste gibt. Normalerweise diskutieren mehrere Gäste bei Anne Will jeden Mittwoch Abend in der ARD ein Thema kontrovers, um den Zuschauern eine Meinungsbildung zu erlauben. Nicht jedoch in dieser Sendung, denn nur die Bundeskanzlerin musste sich Anne Wills Fragen zur Asylkrise stellen.

Auch wenn man es meinen könnte, so war diese Sendung nicht live, sondern aufgezeichnet. Aus den Tweets von Will geht hervor, dass die Redaktion einen Vorlauf von 20 Minuten brauchte. Das „Warum“ wurde nicht beantwortet.

Merkel bei Anne Will: Diese Sendung hätte richtig groß werden können

Diese Sendung hätte das Format haben können, richtig groß und viel diskutiert zu werden. Stattdessen bekam man eine handzahme Anne Will zu sehen, die entweder die richtigen Fragen nicht stellen durfte oder konnte. Wills erste Frage kam recht schnell: „Im Moment bestürmt Sie alle Welt, zuzugeben, dass wir es doch nicht schaffen können. Haben die Recht?“

»Wir schaffen das!« Mantrahaft wiederholte die Kanzlerin ihren Wahlspruch zur Asylkrise, deren man kaum noch Herr wird zurzeit. Die inhaltslose »Tschaka-Rhetorik« der Kanzlerin nervt mittlerweile nur noch.

Wir müssen die Regelungen in Deutschland besser treffen, der Bund muss den Kommunen besser helfen. Aber ich muss auch in Europa arbeiten, damit wir eine fairere Verteilung hinbekommen.

Die Strategie der Kanzlerin war klar, Optimismus zeigen und nicht anmerken lassen, dass man von der aktuellen Lage vollkommen überfordert ist. Ihren Optimismus rechtfertigte Merkel mit ihren angeblichen Erfolgen in der Finanz-, Euro-, und der Griechenlandkrise. Doch gerade die als Erfolg herausgestellten Themenbereiche waren keine wirklichen Erfolge, sondern sind als völliges Versagen zu werten.

Gerade im Bereich der Finanzkrise hat Deutschland richtig bluten müssen für das Versagen der Politik. Merkel ist zunehmend politisch isoliert, selbst der Rückhalt in der eigenen Partei fehlt.

Die Werbesendung für die Kanzlerin

Das Verhältnis zwischen ARD und Bundeskanzleramt scheint sehr gut zu sein. Anscheinend sieht die ARD in Ihrer Arbeit keinen journalistischen Auftrag und Anne Will scheint sich auch nicht als Journalistin zu sehen, sondern eher als Entertainerin. Wie anders ließe sich sonst erklären, dass keinerlei Kritik geübt wurde und keinerlei unbequeme Fragen gestellt wurden? Auch in den Momenten, als Merkel leicht strauchelte versäumte es Will, kritisch nachzuhaken.

Die Tagesthemen im Anschluss machten fröhlich weiter mit der Werbeveranstaltung für Angela Merkel. Merkel lobpreiste sich selbst und ihre Regierung. Sie unterließ es ebenfalls nicht, auch das deutsche Volk zu loben. Millionen anderer Menschen würden Deutschland lieben, das sei doch ein gutes Zeichen, so Merkel.

Unklar blieb, ob sie damit die vielen Flüchtlinge meinte, die derzeit unser Land überschwemmen und Deutschland vor eine schier unlösbare Aufgabe stellen. Anne Will hingegen führte perfekt bis ins Mark vor, wie man eine Werbeveranstaltung für einen Regierungschef macht.

Die Sendung befasste sich dann auch mehr mit dem Wohlbefinden Merkels, dem Rückhalt in der CDU/CSU und auch ihrer Befähigung als Kanzlerin, statt mit dem eigentlichen Thema. Die wichtigen Fragen, die Millionen von bundesdeutschen Bürgern gerne beantwortet gesehen hätten, blieben bis auf ein paar sinnlose Phrasen unbeantwortet.

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Nicht eine einzige kritische Frage stellte Will

Nur einen Wimpernschlag dauerte die Einspielung von Impressionen aus den Flüchtlingslagern in Hamburg, Frankfurt und Nürnberg. Sie zeigten Menschen, die in Zeltstädten untergebracht sind, trotz des nahenden Winters. Horst Seehofers Zitate, in denen er mit einer Notwehr drohte, wurden nur kurz eingespielt. Sein Bundesland steht immerhin kurz vor dem Kollaps und kommt mit den Massen an Flüchtlingen, die dort täglich ankommen, nicht mehr zurecht.

Doch auch diese wirklich besorgniserregenden Aussagen nahm sich Anne Will nicht zum Anlass, die Kanzlerin mit kritischen Fragen zu eindeutigen Aussagen zu veranlassen. Will fragte allen Ernstes, ob Merkel nicht genervt sei von dem Bayern-Rebell – eine Journalistin fungiert hier als Amtspapagei des Kanzleramts.

Will hingegen lächelte stets freundlich und las von ihrem inneren Fragebogen die sicherlich vom Kanzleramt vorgefertigten Fragen ab. Selbst Merkels „interessanter Ausspruch“ sie wolle an den Ursachen der Flucht ansetzen und die EU-Außengrenzen besser kontrollieren, veranlasste Will nicht dazu, nachzuhaken.

Stattdessen wurde der Kanzlerin, die maßgeblich zu der Asylkrise beigetragen hat, eine andauernde Werbeplattform geboten. Merkel äußerte nur, dass es bereits einen »Plan« für die Flüchtlings-Krise gäbe. Kein Wort davon, wie dieser Plan aussehen könnte. Doch das wäre die Antwort auf die drängendste Frage unserer Zeit gewesen.

Der Abschluss: Deutschland bleibt, wie es ist

Zum Abschluss der Sendung fragte Will dann, was genau das für ein Land sein werde, wenn alles geschafft sei. Dies hätte die Leitfrage des Abends sein müssen, denn keine Frage beschäftigt die Deutschen derzeit mehr. Doch für die Bundeskanzlerin erschien diese Frage nicht von Wichtigkeit zu sein, daher lautete ihre simple Antwort nur, dass sich nicht ändern werde.

Unsere Gesellschaft werde die gleichen Eigenschaften aufweisen, wie vor der Krise. Mit Grundgesetz, sozialer Marktwirtschaft, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und mit allem, „was uns stark und gut und auch liebenswert macht“.

Der pure Kapitalismus regiert

Diese Antwort zeigt uns bereits auf, dass Merkel mit ihrem Job völlig überfordert ist. Denn eine „soziale Marktwirtschaft“ haben wir schon lange nicht mehr, es regiert der pure Kapitalismus, den die Regierung Merkel fördert, wo sie nur kann. Auch daran merkt man schnell, dass Frau Merkel lügt, wo sie nur kann.

Ein gutes Beispiel hierfür ist das Transatlantische Handelsabkommen TTIP. Oder aber die EU-Entscheidung zur Wiederzulassung von Glyphosat für weitere 10 Jahre. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält seinen Glyphosat-Bericht geheim, den es für die EU erstellt hat, denn darin werden wichtige Studien zur Krebsgefahr durch Glyphosat verschwiegen.

Fazit:

Die ARD und ihre Star-Journalistin Anne Will verabschiedeten sich vollständig vom journalistischen Auftrag. Die ARD ist nichts weiter als ein Marionetten-Sender des Bundeskanzleramts und Anne Will bestenfalls nur eine Entertainerin, jedoch keine Journalistin mehr. Interessant erscheint nur noch die Frage, ob ARD und Will geschmiert, oder vom Kanzleramt bedroht worden sind. Nichts gegen Werbesendungen für Parteien und Regierung, doch bitte ich, diese Art Sendung auch als das zu kennzeichnen, was sie letztendlich sind.

Das deutsche Volk hingegen bleibt bei einer solchen Sendung auf der Strecke, es hätte langsam mal eine Erklärung der Situation verdient. Merkel hätte die große Chance gehabt, das Volk und ihre Kritiker wieder auf ihre Seite ziehen zu können, wenn sie wenigstens den Ansatz eines wirklichen Plans zur Lösung der Krise hätte vermitteln können. Auch das wäre dann eine Werbesendung geworden, hätte jedoch den erwünschten Erfolg gebracht.

Die Videos zur Sendung:

Update: Hier ein Video, in dem den wirren Träumen der Kanzlerin harte und reale Fakten gegenüber gestellt werden. Unbedingt sehenswert, wesentlich besser, als das Original.

Anne Will | 7.10.2015 | Die Kanzlerin in der Flüchtlingskrise – Angela Merkel im Interview

https://youtu.be/-XzeB6Ol1LA

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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