Democratic Post

Kritische Texte und kontroverse Meinungen

Gesellschaft Benimmregeln in Hardheim

Benimmregeln für Flüchtlinge: Hardheim erteilt Asylbewerbern Benimm-Lektion

Benimmregeln für Flüchtlinge: Hardheim erteilt Asylbewerbern Benimm-Lektion

Nachdem das Zusammenleben mit den Flüchtlingen nicht so gut geklappt hat wie angenommen, beschloss der Gemeinderat einen „Leitfaden für Flüchtlinge“. In diesem Leitfaden sind die wichtigsten Verhaltensregeln für Neuankömmlinge aufgeführt und könnten Landesweit als Vorbild dienen.

Das kleine Odenwald-Dörfchen Hardheim im Norden Baden-Württembergs ist ein kleines Paradies, in dem noch die Trecker durch die Straßen tuckeln. Die »Perle des Erftals« genannte Ort mit 4.600 Einwohnern hat nun mit einem in zehn Sprachen verfassten „Leitfaden für Flüchtlinge“ Berühmtheit in ganz Deutschland erlangt. Das allerdings nicht so ganz freiwillig.

Anzeige

Benimmregeln für Flüchtlinge erstellt aus der Not heraus

Bis Ende August war die Welt in dem schönen kleinen Dorf noch in Ordnung, doch dann wurde in der ehemaligen, leerstehenden Bundeswehr-Kaserne ein Erstaufnahmelager für 650 Flüchtlinge errichtet. Das änderte das Leben und den Alltag im Dorf schlagartig. Denn Hardheim ist bis an die Ohren durch Flüchtlinge belastet.

Auch in der ehemaligen Kaserne der US-Amerikaner sind noch Flüchtlinge untergebracht. Zählt man diese hinzu, kommen auf 4.000 Hardheimer Bürger immerhin gut 1.000 Flüchtlinge. Da kann man getrost von einer Überfremdung sprechen und muss sich nicht wundern, dass es den besorgten Bürgern zu viel wird.

Der Hardheimer Bürgermeister Volker Rohm (Freie Wähler), wehrt sich mit Händen und Füßen gegen weitere Zuweisungen von Flüchtlingen mittels Unterschriftensammlung. Angedacht sind von der grün-roten Landesregierung weitere 3.000 Flüchtlinge, die in Hardheim untergebracht werden sollen. 3.000 Flüchtlinge in einem Dorf mit nur 4.000 Einwohnern unterbringen zu wollen, gleicht einem Atombombentest im Einkaufszentrum.

Die Hardheimer wollen Straßen blockieren, wenn weitere Busse mit Flüchtlingen ankommen werden. Abgesehen davon wollen die Menschen bei der nächsten Wahl lieber die AfD oder die Republikaner wählen, weil sie sich davon letztendlich weniger Flüchtlinge versprechen, wie Bürgermeister Rohm meinte.

Anzeige

Den sozialen Frieden im Dorf erhalten

Um das verbesserungswürdige Zusammenleben mit den Flüchtlingen zu verbessern, verfasste Bürgermeister Rohm einen Leitfaden mit Verhaltensregeln für die Neuankömmlinge. Benimmregeln für Flüchtlinge, sozusagen. Der Leitfaden wurde in zehn Sprachen übersetzt und dient als gutes Beispiel für eine praktizierte Leitkultur.

Der Leitfaden enthält eine Menge praktischer Tipps und einige Verhaltensregeln für Dinge, die in der Vergangenheit nicht so gut funktionierten.

Benimmregeln für Flüchtlinge: Das ist der Leitfaden

Hier der Leitfaden im Original:

Liebe fremde Frau, lieber fremder Mann!

Willkommen in Deutschland, willkommen in Hardheim.
Viele von Ihnen haben Schreckliches durchgemacht.
Krieg, Lebensgefahr, eine gefährliche Flucht durch die halbe Welt.

Das ist nun vorbei. Sie sind jetzt in Deutschland.

Deutschland ist ein friedliches Land.
Nun liegt es an Ihnen, dass sie nicht fremd bleiben in unserem Land, sondern ein Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und Einwohnern erleichtert wird.

Eine Bitte zu Beginn: Lernen sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache, damit wir uns verständigen können und auch sie ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen können.

In Deutschland leben die Menschen mit vielen Freiheiten nebeneinander und miteinander:

Es gilt Religionsfreiheit für alle.

Frauen dürfen ein selbstbestimmtes Leben führen und haben dieselben Rechte wie die Männer. Man behandelt Frauen mit Respekt.

In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen.
Man betritt kein Privatgrundstück, keine Gärten, Scheunen und andere Gebäude und erntet auch kein Obst und Gemüse, das einem nicht gehört.

Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben!
Den Müll oder Abfall entsorgt man in dafür vorgesehenen Mülltonnen oder Abfalleimer.
Wenn man unterwegs ist, nimmt man seinen Müll mit zum nächsten Mülleimer und wirft ihn nicht einfach weg.

In Deutschland bezahlt man erst die Ware im Supermarkt, bevor man sie öffnet.

In Deutschland wird Wasser zum Kochen, Waschen, Putzen verwendet.
Auch wird es hier für die Toilettenspülungen benutzt.
Es gibt bei uns öffentliche Toiletten, die für jeden zugänglich sind.
Wenn man solche Toiletten benutzt, ist es hier zu Lande üblich, diese sauber zu hinterlassen.

In Deutschland gilt ab 22.00 Uhr die Nachtruhe. Nach 22.00 Uhr verhält man sich dementsprechend ruhig, um seine Mitmenschen nicht zu stören.

Auch für Fahrradfahrer gibt es bei uns Regeln, um selbst sicher zu fahren, aber auch keine anderen zu gefährden. (Nicht auf Gehwegen fahren, nicht zu dritt ein Rad benutzen, kaputte Bremsen reparieren und nicht mit den Füßen bremsen).

Fußgänger benutzen bei uns die Fußwege oder gehen, wenn keiner vorhanden, hintereinander am Straßenrand, nicht auf der Straße und schon gar nicht nebeneinander.

Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen.

Mädchen und junge Frauen fühlen sich durch Ansprache und Erbitte von Handy- Nr. und facebook- Kontakt belästigt. Bitte dieses deshalb nicht tun!

Auch wenn die Situation für sie und auch für uns sehr beengt und nicht einfach ist, möchten wir sie daran erinnern, dass wir sie hier bedingungslos aufgenommen haben.

Wir bitten sie deshalb diese Aufnahme wert zu schätzen und diese Regeln zu beachten, dann wird ein gemeinsames Miteinander für alle möglich sein.

Video zum Thema:

Asylpolitik: Thomas de Maizière zur Flüchtlingskrise am 08.10.2015

Quelle:

Anzeige

Democratic Post unterstützen

Wenn Ihnen unser Artikel gefallen hat: Bitte unterstützen Sie diese Form des Journalismus.

Bitte wählen Sie:
Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

Druckversion
Webseite ausdrucken

Ein Kommentar

  1. Stefan schrieb :

    Ich kann verstehen und auch nachempfinden wie sich die Bürger fühlen. Und und finde es sehr gut das dieses Thema mit dem Benehmen einmal angesprochen wird. WENN ALLE sich an die Regeln unsrer Gesellschaft halten kann ein zusammenleben für eine gewisse Zeit funktionieren. Allerdings wenn man diese Gedanken laut äußert steht man direkt als Nazi oder ähnliches dar. DIES IST FALSCH.Ich bin schon ein wenig in der Welt herum gekommen und habe mich stets an die Regel und Sitten in meinem Gastland gehalten und hatte somit noch nie Probleme. Und es waren nicht nur reiche oder arme,christliche oder islamische Länder die ich besucht habe. Regel gibt es überall und für jeden. Also liebe fremde Männer und fremde Frauen haltet euch für die Länge eures Aufenthaltes daran und tragt zur Deutschen Lebensgemeinschaft bei.