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Essay Meinungsgleichschaltung

Flüchtlingsdebatte: Nur eine Meinung ist erlaubt im Land der Meinungsgleichschaltung

Flüchtlingsdebatte: Nur eine Meinung ist erlaubt im Land der Meinungsgleichschaltung

In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit, oder doch nicht?

Noch vor kurzem sah die Welt noch rosig aus, zig-tausend Flüchtlinge stiegen täglich aus den Zügen aus und eine jubelnde Menge erwartete sie. „Refugees welcome“ wurde an vielen Orten gerufen und die Kanzlerin betätigte sich als Schleuser und machte sich strafbar. Doch wer auch nur auf die kleinsten Bedenken ob dieser Flut von Menschen anmeldete, fand sich sofort als Rechtspopulist beschimpft im Lager der Nazis wieder.

Eine eigene Meinung in Deutschland zu haben, ist nicht gewünscht von der „Reichsbeschwichtigungsbehörde„. Sofort drängt man den Menschen, der sich eine eigene Meinung erlaubte und auch noch aussprach, in die rechte Ecke. Auf Fakten und Argumente wird hierbei nicht gehört. Als Beispiel hierfür darf Thilo Sarazin herhalten, den man aus allen Rohren so lange Beschoss, bis das öffentliche Interesse nachließ. Die meisten Menschen die ihn kritisierten, lasen nicht einmal sein Buch, für das er angeblich kritisiert wurde.

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Dumm nur, dass Sarazin klar belegbare Fakten und Studien lieferte, die ebenfalls auch die gefälschten Studien der Bundesregierung wiederlegte. Doch der Makel blieb an ihm haften und zeigt sehr deutlich: Eine eigene Meinung zu haben ist nur erwünscht, wenn es die Meinung aller ist.

Meinungsgleichschaltung: Die Verordnung der Einheitsmeinung

Derzeit haben die Deutschen sich eine Einheitsmeinung verordnet. Bereits das Stellen von Fragen wird als menschenfeindlich und rassistisch angesehen. Die Diskussion über die Gleichschaltung von Meinungen hat der wichtige deutsche Intellektuelle Botho Strauß angestoßen. Nun äußerte er sich zur Flüchtlingskrise in einer Glosse im Spiegel Nummer 41/2015.

Das deutsche Gleichschaltungsorgan Nummer eins, die Zeit Online schrieb auf den Text bezogen, es sei ein »Dokument des Wahns«. Doch kann es wahnhaft sein, seine Meinung zu äußern? Unter anderem hat Strauß im „Spiegel“ gewarnt, dass die „Flutung des Landes mit Fremden eine Mehrzahl solcher bringt, die ihr Fremdsein auf Dauer bewahren und beschützen“ wird.

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Strauß korrekt zu interpretieren indes fällt nicht leicht, er ist kein Anhänger der leichten Kost. Der überwiegende Teil der deutschen Feuilletons schoss sich auf Strauß ein, ohne ihn richtig verstanden zu haben. Denn die meisten Feuilletonredakteure können ihn nicht lesen.

Die Flüchtlinge können sich nicht in Deutschland integrieren

Strauß behauptet, die ankommenden Flüchtlinge können nicht integriert werden. Das ist aus zweierlei Gründen richtig. Zuerst einmal haben die Deutschen selbst keine Verbindung zu ihrer Vergangenheit. Ein Land ohne Eigenschaften kann nicht integrieren, denn wohinein sollte es das tun?

Strauß hält eher einen Syrer für fähig, Arnim zu lesen, als einen Deutschen, sich an den Kirchenvater Ephräm, der Syrer zu erinnern.

Den Islam in Deutschland zu integrieren wird sehr schwierig werden, zu unterschiedlich sind die Kulturen. Die alte Kultur des Islam, in der der Prophet die Gesetze macht und die entwurzelte deutsche Kultur, in der das Parlament die Gesetze macht. Gegensätzlicher könnte es kaum sein.

Die Einheitsmeinung – wehe den Abweichlern!

Eine Meinung ist erlaubt. Die Kulturteile (Feuilletons) der Zeitungen haben Strauß eine Nähe zu rechtsextremen Gedankengut unterstellt. Doch vielleicht sollte man Strauß eher als Mahner sehen, als besorgten Bürger, der sich eine Menge Gedanken um die Flüchtlingsdebatte gemacht hat. Kontroverse Meinungen sind immer gut, denn nur derjenige, der sich beide Seiten einer Medaille anschaut, kann sich eine objektive Meinung bilden.

Es muss daher immer jemanden geben, der die entgegengesetzte Meinung vertritt und diese auch äußert. Allerdings sollte diese Meinung fundiert und belegbar sein, denn nur dann hat Sie im rechten Lager nichts zu suchen.

Der deutsche Moralismus widert andere Völker an

Deutschland betätigt sich gerne als moralistischer Vorreiter und will auch andere Völker davon überzeugen. Doch viele Völker widert dieser unangebrachte Pseudo-Moralismus nur noch an. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, sagte sogar, von Deutschland gehe ein moralischer Imperialismus aus.

Die Franzosen haben es ebenfalls satt und die Engländer ganz besonders. Denn diese fühlen sich geradezu von dem deutschen Moralismus angewidert, wie man in englischen Medien lesen konnte.

Die Angst vor Überfremdung und vor einer Islamisierung

Immer wieder werden die Ängste vor Überfremdung und Islamisierung geäußert. Es wird auf die Dringlichkeit einer Bewahrung des christlichen Abendlandes hingewiesen. Das ist die Meinung derer, die nicht mit der gegenwärtigen Asylpolitik einverstanden sind, denen sie sogar Angst macht. Doch das christliche Abendland ernst genommen bedeutet auch die Verpflichtung zur Hilfe für notleidende Menschen.

Dazu verpflichtet das Christentum. Aber wen verpflichtet es? Es verpflichtet den einzelnen Menschen dazu. Ein Staat kann keine Nächstenliebe üben. Das geht nicht, denn er hat keinen Nächsten.

Eine Entscheidung zu Nächstenliebe kann nicht befohlen werden. Es ist die freie Entscheidung eines jeden einzelnen Bürgers, eines jeden Christen. Eine Entscheidung, zu der Christus die Menschen auffordert. Nicht der Staat! Der Staat kann nicht zur Nächstenliebe anhalten, er hat keinen Nächsten.

Kein Staat ist eine Person, so wie Ludwig der XIV. es einst war. Dieser konnte mit Fug und Recht von sich behaupten, der Staat zu sein. L’État, c’est moi! (Der Staat bin ich) erwähnte er daher gerne. Merkel möchte das auch gerne für sich beanspruchen und stellt sich mit ihrer Flüchtlingspolitik über das geltende Recht.

Ex oriente lux, aus dem Osten kommt das Licht?

Die Angst vor der Islamisierung ist durchaus angebracht, solange kein wirkliches Konzept vorliegt, mit dem man Muslime in unsere Gesellschaft integrieren könnte. Zu verschieden sind die Kulturkreise, die Ansichten, die Rechte. Frauen dürfen die Kleidung tragen, die sie tragen wollen, sie dürfen wählen, Karriere machen und eigene Meinungen äußern, kurzum: Sie sind (fast) völlig gleichberechtigte Partner und Personen. Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt es schon noch, auch wenn sie nicht existieren sollten.

Die Gesetze macht bei uns der Bundestag, nicht der Prophet. Wir leben das Leben vor dem Tod und nicht für das Leben nach dem Tod. Wir lieben intellektuelles Gedankengut, im Islam ist dies nicht mehr gewünscht.

Wir brauchen eine planvolle Asylpolitik

Auch ich habe es satt, mir vorschreiben zu lassen, welche Meinung ich zu haben hätte. Ich sehe die Asylflut heute mit ganz anderen Augen als zu Beginn der Flüchtlings-Invasion.

Ohne konkrete Pläne, ohne eine ausgearbeitete Asylpolitik geht Deutschland an den Flüchtlingsmassen zugrunde. Unser Land kann nun mal nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen, egal welcher Kulturkreise auch immer.

Wir brauchen einen wirklich guten Plan, wir brauchen eine Begrenzung des Zuzugs, wir müssen einen Plan für die Integration des Islam in unserem Land haben. Vor allem müssen die EU-Außengrenzen perfekt gesichert werden. Eine Zuwanderung darf nur noch über spezielle Registrierungspunkte geschehen können und nur den Asylsuchenden gestattet sein, die vor Krieg und politischer Verfolgung flüchten. Das sind nur einige wenige Punkte eines Plans, der sehr viel spezifischer sein sollte.

Und wir brauchen vor allem eines: Menschen, die noch Mut haben und furchtlos ihre eigene Meinung äußern!

Quellen:

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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2 Kommentare

  1. A. Deppert schrieb :

    Artikel intressant! Aber bitte, „Eier in der Hose haben“? Gern mehr Artikel-Fairplay! Oder ist Ihre Zielgruppe der etwas „tumbe“ Leser, mit dem volkstümelnder Klartext gesprochen werden muss? Ich bin zufällig auf dieser website gelandet; ob ich regelmässig wiederkomme? Mal sehen…

    • Andreas Hecht schrieb : Autor

      @A. Deppert: Danke Ihnen für die Erwähnung meines Fehlgriffs! Ich habe den Satz geändert und möchte mich für die deutliche Sprache entschuldigen.

      Und ich hoffe schon, dass Sie die Website auch in Zukunft besuchen möchten…