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Gegen totale Kontrolle: Die Abschaffung des Bargelds verhindern

Gegen totale Kontrolle: Die Abschaffung des Bargelds verhindern

Die Abschaffung des Bargelds sorgt für die totale Kontrolle des Bürgers.

Seit Monaten berichten Medien, dass die Bundesregierung plane, Barverkäufe künftig nur noch bis zu einem bestimmten Betrag zuzulassen. Die Regierung dringt auf ein gemeinsames Limit für Bargeldzahlungen in Europa. Gerade ist im Gespräch, die Grenze bei 5000 Euro zu setzen. Eine begleitende Maßnahme wäre, den 500-Euro-Schein abzuschaffen, wofür es auch bereits Vorschläge aus der Politik gibt. Weiter gehende Ideen wollen das Bargeld ganz abschaffen.

Diese Maßnahme, Bargeldverkäufe hinsichtlich ihrer Höhe zu begrenzen, sei angeblich erforderlich aufgrund der Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus, wie zum Beispiel durch den sogenannten Islamischen Staat (IS). Als kauften IS-Terroristen ihre Waffen in bar „um die Ecke“, als wasche die Mafia ihr Geld nicht bereits in der eigenen Bank und als verkürzten manche Unternehmen ihre steuerpflichtigen Einnahmen nicht durch „Firmenniederlassungen“ in einer Steueroase.

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Kriminelle machen auch vor Kreditkarten nicht halt

Die Verwendung von Bargeld würde Kriminellen, Schwarzarbeitern oder Steuerhinterziehern das Leben erleichtern, heißt es weiter. Als ob denen keine anderen Wege einfallen würden.

Ferner, Bargeld sei gesundheitsgefährdend, und die Unterhaltung von Bargeld sei teuer. Tatsächlich ist Bargeld nicht „gefährlicher“ als Zeitungen und sicherlich nicht so bedenklich wie die Tastaturen von Kartenterminals. Die relative gesundheitliche Unbedenklichkeit von Banknoten wurde bereits in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt. Und das Bundesfinanzministerium kann bestätigen, dass selbst die Ein- und Zwei-Cent-Münzen keinen Verlust, sondern Gewinn einbringen.

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Eine Allianz kämpft gegen das Bargeld

Die Frage ist, wem nützt die Einschränkung des Bargelds oder dessen Abschaffung? Dahinter steht eine internationale Allianz aus Politik, manchen Noten- und Geschäftsbanken, Kreditkartenorganisationen und Internetfirmen.

  • Etliche erhoffen sich aus einem ansteigenden bargeldlosen Zahlungsverkehr neue Einnahmequellen und vermehrte Einnahmen aus Gebühren.
  • Internetfirmen würden durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr mehr über potenzielle Kunden erfahren.
  • Und für den Staat wäre der Bürger auf dem Weg zur totalen Kontrolle noch durchsichtiger.
  • Zudem können Banken dann die sogenannten Negativ-Zinsen auf Ihr Guthaben verhängen. Durch die negativen Zinsen wird Ihr Geld dann von Monat zu Monat weniger.

Tatsache hingegen ist:

  • Die Einschränkung des Bargeldverkehrs würde ein erheblicher Eingriff in den Datenschutz darstellen.
  • Point-of-Sale-Geschäfte (Ware gegen Geld, zum Beispiel private Autoverkäufe) würden wesentlich eingeschränkt werden.
  • Die Deutsche Bundesbank hat sich gegen Obergrenzen bei Barverkäufen ausgesprochen und auch nicht die Abschaffung des Bargelds befürwortet.
  • Es bedarf auch keiner weiteren Restriktionen: Geldwäsche wird durch entsprechende gesetzliche Vorschriften bereits erschwert.

Vier weitere Argumente gegen die Abschaffung des Bargelds

1. – Bargeldloses Zahlen fördert Verschuldungen

Bargeldloses Zahlen fördert das Risiko, das Geld auszugeben, was man gar nicht hat. Es ist erwiesen, dass man mit Kartenzahlungen mehr Geld ausgibt, als wenn man überall mit Bargeld zahlen würde. Denn virtuelles Geld suggeriert ständige Verfügbarkeit. Leicht und schnell gibt sich Geld auf Kredit aus, und das kann schnell den Weg in die Verschuldung ebnen. Natürlich gibt es viele Verbraucher, die einen sehr gute Überblick über ihre Kredite und den aktuellen Kontostand haben. Doch vielen anderen Menschen vermitteln Scheine und Münzen die nötige Sicherheit, um haushalten zu können. Diese Menschen haben ihre tatsächlichen finanziellen Mittel so wesentlich besser im Blick.

2. – Bargeld schützt vor negativen Zinsen

Ökonomen diskutieren schon lange über wirksame Möglichkeiten, allzu sparfreudige Verbraucher zum Konsumieren bewegen zu können. Dies lässt sich bei virtuellem Geld sehr schnell durch die sogenannten Negativ-Zinsen erreichen, eine Art Strafzins fürs Sparen. Zentralbanken und Politik können so einen erheblichen Einfluss auf unser Alltagsleben und unsere Ersparnisse gewinnen. Bargeld schützt vor der Einführung von negativen Zinsen. Übrigens werden über 50 Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel in Bar getätigt.

Info: Bei positiven Zinsen wird Ihr Geld jeden Monat mehr, bei negativen Zinsen hingegen weniger.

3. – Bargeldloser Zahlungsverkehr verhindert kleine Spenden

Einige Menschen in unserer Gesellschaft sind auf kleine Spenden oder den Verkauf der Hamburger Obdachlosen-Zeitschrift Hinz & Kunzt angewiesen. Obdachlose Menschen könnten ohne Bargeld nicht mehr unterstützt werden.

4. – Kriminelle werden auch ohne Bargeld betrügen können

Bargeld ist nicht ohne Risiko. Denn es kann verloren gehen oder auch gestohlen werden. Doch die bargeldlose Alternative ist keinesfalls sicherer. Denn Kriminelle finden immer wieder neue Wege, um Online-Banking zu ihren Gusten zu nutzen und uns um unser Geld zu betrügen. Neue Gefahren kommen noch hinzu, wenn sich das mobile Payment per Smartphone durchsetzt. Hier könnten sich Hacker schnell einen Zugang verschaffen und das Geld umleiten. Eine Bargeldlose Welt ist also nicht sicherer.

Deshalb unterstützen wir die Petition gegen die Abschaffung des Bargelds

Aus diesen Gründen unterstützen wir die Petition auf Change.org, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Sigmar Gabriel und Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele aufgefordert werden: Verhindern Sie bitte die Abschaffung des Bargelds und, dass Bargeldkäufe zukünftig nur noch bis zu einem bestimmten Betrag möglich sind.

Jetzt die Petition auf Change.org unterzeichnen »

Wie ist Ihre Meinung zum Thema?

Lassen Sie uns an Ihrer Meinung teilhaben und gemeinsam über das Thema diskutieren. Konstruktive Kritik und Ergänzungen sind immer willkommen.

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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