Democratic Post

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Europa Die Flüchtlingskrise

Balkanroute: Flüchtlinge werden per Zug direkt nach Deutschland geleitet

Balkanroute: Flüchtlinge werden per Zug direkt nach Deutschland geleitet

Die Länder der Balkanroute werden nun alle Flüchtlinge per Zug direkt zu uns leiten.

Asylbewerber sollen künftig mit Zügen direkt nach Deutschland umgeleitet werden. Dieses Vorgehen verabredeten nun die Polizeidirektoren der sogenannten Balkanroute – Mazedonien, Kroatien, Serbien und Österreich im kroatischen Zagreb. Für Deutschland bedeutet dies letztendlich nur einen weiteren, erhöhten Zuzug von Asylsuchenden.

Asylbewerber werden künftig nur noch an der griechisch-mazedonischen Grenze erkennungsdienstlich behandelt und danach mit Zügen direkt nach Deutschland verbracht werden. Der kroatische Polizeidirektor Vlado Dominić sagte folgendes nach Angaben des Focus:

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Unser Ziel ist es, den Transfer der Flüchtlinge von Griechenland nach Mazedonien und später nach Österreich so schmerzlos wie möglich zu machen

Anstieg der Flüchtlingszahlen in Griechenland

Die verabredete Regelung solle für Menschen aus dem Irak, Syrien und Afghanistan gelten. Personen aus anderen Ländern sollen künftig gleich abgewiesen und aufgefordert werden, zurück nach Griechenland und in ihre Heimatländer zu gehen. Ungarn kündigte hingegen an, den Zugverkehr nach Kroatien für mindestens 30 Tage auszusetzen.

Wie unlängst bekannt wurde, steigen die Flüchtlingszahlen der in Griechenland ankommenden Asylsuchenden sprunghaft innerhalb der letzten Tage an. Allein am vergangenen Mittwoch kamen 4.611 Flüchtlinge in das EU-Land. Montag waren es hingegen nur 181 Asylsuchende. Ein griechischer Offizier der Küstenwache brachte den Rückgang mit dem Wetter, und nicht mit den türkischen Grenzschließungen zusammen.

Neue Flüchtlingsrouten und steigende Asylbewerberzahlen

Die Länder an der EU-Außengrenze wenden immer härtere Maßnahmen gegen den illegalen Grenzübertritt der Flüchtlinge in das Gebiet der EU an. Diese Entwicklung wird weiterhin anhalten und sich in Zukunft definitiv ausweiten. Allerdings wird dies für Deutschland keine verminderten Flüchtlingszahlen bedeuten. Da Deutschland mittlerweile das einzige große Land mit hoher Aufnahmekapazität und Aufnahmewillen ist, werden andere Länder illegale Einwanderer bündeln und zu uns schicken. Denn rund um Deutschland ist kein Land mehr willig, eine größere Anzahl von Flüchtlingen aufzunehmen. Österreich hat gerade eben seine Obergrenze von 200.000 Asylbewerbern jährlich ausgegeben.

Doch wenn die Asylsuchenden nicht mehr über die EU-Außengrenzen in unser Land kommen können, werden sie andere Wege suchen, die vielversprechender erscheinen. Es wird einen wahren Exodus über das Mittelmeer nach Griechenland geben. Denn die Griechen tun bisher nichts, um den Zuzug zu begrenzen und die Flüchtlingszahlen zu reduzieren. Für Deutschland bedeutet das dann letztendlich nur, dass die Asylbewerber dann andere Routen zu uns nehmen werden. Die Anzahl der Flüchtlinge wird sich nicht verringern, sondern eher noch kräftig ansteigen, sobald die gigantischen Flüchtlingslager an der syrisch-türkischen Grenze ihre Flut an Menschen in die Türkei erzwingen werden.

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Deutschland muss nachziehen

Deutschland muss nun nachziehen und ebenfalls eine Obergrenze für den Zuzug durch Asylbewerber definieren. Ein weiteres Jahr mit unbegrenztem Zuzug können wir nicht mehr verkraften, wie bereits der grüne Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, äußerte. Mit realistischen Zahlen und seiner drastischen Lagebeschreibung sorgte Palmer bereits Ende 2015 für erheblichen Zündstoff in der parteiinternen Debatte um Flüchtlingszahlen. Die Parteispitze der Grünen hingegen vermeidet alles, was sich auch nur entfernt wie eine Obergrenze anhört.

Doch Palmer äußerte in einem Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio, dass ihm die Million Asylsuchender sehr viel Kopfschmerzen bereite. Der Arbeitsalltag Palmers wird bereits seit längerem nur noch von den Flüchtlingen bestimmt, denn er muss für Unterkünfte sorgen und sieht Tübingen bereits an der Belastungsgrenze angekommen.

Wir haben mittlerweile 1.000 Flüchtlinge in der Stadt. Etwa 60 Prozent davon in Notunterkünften, das heißt vornehmlich Hallen, Gewerbehallen und Sporthallen.

Kurzfristig soll nun eine Zeltstadt für weitere 1.000 Flüchtlinge hinzukommen. Man könne keine menschenwürdigen Bedingungen mehr garantieren, sondern müsse die Leute zusammenpferchen in Hallen und Zeltstädten. Das sei auf Dauer nicht akzeptabel. Er wolle Menschen helfen, doch wenn dauerhaft weiterhin 10.000 Menschen pro Tag kämen, dann wäre man total überfordert mit der Integrationspolitik.

Familiennachzug kappen reicht nicht

Auch Deutschland braucht eine Obergrenze! Man kann sie durchaus auch Kontingent nennen, doch man muss sie schnell realisieren. Denn nur den Familiennachzug für zwei Jahre auszusetzen reicht nicht, wir brauchen eine realistische Obergrenze. Wir halten 400.000 Asylsuchende pro Jahr für machbar, wenn der Familiennachzug ausgesetzt wird. Und das nicht nur für zwei Jahre. Denn der Familiennachzug bringt nochmals eine noch nicht zu kalkulierende Summe an Menschen zu uns, die sich überwiegend nicht integrieren lassen werden. Zu groß ist der kulturelle Graben zwischen dem Islam und unserer christlich geprägten Demokratie. Gute Integration kann hier erst stattfinden, wenn auch die muslimischen Verbände und Vereine, und auch die Moscheen zusammen mit der Bundesregierung einen echten Plan ausarbeiten und umsetzen.

Klarstellung

Die Democratic Post ist eine Debattenplattform für kontroverse Perspektiven aus demokratischer Sichtweise. Wir positionieren uns eindeutig gegen Rechts und gegen den Hass auf Flüchtlinge. Wir fordern mehr Toleranz und politische Lösungen für die wichtigen Probleme unserer Zeit.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema?

Lassen Sie uns an Ihrer Meinung teilhaben und gemeinsam über das Thema diskutieren. Konstruktive Kritik und Ergänzungen sind immer willkommen.

Quelle Beitragsbild: FlickrPublic Domain

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Über den Autor
Andreas HechtHerausgeber und Redakteur

geboren 1968 in Bremen. Er gründete im Juli 2015 zusammen mit Nicole Hahn die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion. Journalistische Arbeit u.a. bei "Dr. Web Magazin", "NEOPresse" und "Huffington Post", nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

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