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Entertainment Open Air Metal-Festival

W:O:A – Wacken Open Air 2016 – Vorbericht

Das W:O:A - Wacken Open Air Konzert - hier Wacken 2015 - © Rolf Klatt

Das W:O:A - Wacken Open Air Konzert - hier Wacken 2015 - © Rolf Klatt

Das Jahr 2016 ist noch jung und dennoch werfen die großen Festival-Highlights ihre Schatten bereits voraus. Werbung und einen Vorbericht im Sinne einer Kaufanregung braucht das Wacken Open Air – das größte Metalfestival weit und breit – längst nicht mehr. Auch für 2016 waren die Karten bereits am ersten Vorverkaufstag restlos vergriffen. Lediglich im Wiederverkauf und über einige Reiseveranstalter werden noch Tickets zu ergattern sein. Inzwischen gibt es über 80 Bandbestätigungen und darunter sind einige echte Kracher!

Überschattet wird alles noch ein wenig vom Tod der Motörhead-Legende Lemmy Kilmister und es wird schwierig sein, die Lücke zu füllen, die er als einer der Wacken-Dauerbrenner hinterlässt. Auch zu den Wacken-Veranstaltern Hübner und Jensen pflegte Kilmister eine langjährige Freundschaft und so bleibt die Hoffnung, dass beim diesjährigen Festival noch einmal gebührend auf Lemmy und Motörhead eingegangen wird, um Abschied zu feiern. Aber, wie sagt man so schön: „The Show must go on”!

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Wacken Open Air – für jeden etwas dabei

Auch 2015 war das W:O:A - Wacken Open Air sehr gut besucht. - © Rolf Klatt

Auch 2015 war das W:O:A – Wacken Open Air sehr gut besucht. – © Rolf Klatt

Wie gewohnt, ist auch in diesem Jahr für Metalfans jeden Genres etwas dabei. Ein absoluter Höhepunkt wird der Auftritt von Iron Maiden sein, die zurzeit auf großer Amerika-Tour sind. Mit ihrem im September letzten Jahres veröffentlichten 16ten Studioalbum „The Book of Souls“ hat Iron Maiden einmal mehr bewiesen, dass sie über die Bandbreite des Heavy Metals längst Musikgeschichte geschrieben haben.

Zwar hat sich der Kopf der Band Steve Harris für die neue Platte ein wenig zurückgenommen und mehr auf das Können der anderen Bandmitglieder vertraut, aber gerade dies scheint dem neuen Werk entgegenzukommen, ohne Einbußen hinsichtlich des typischen Maiden-Sounds! Als eingefleischter Fan kann man sich dem ohnehin schwer entziehen und die Live-Auftritte der Band um den charismatischen Sänger Bruce Dickenson sind immer wieder legendär und bleiben lange in Erinnerung.

Black Metal in 2016 auf dem W:O:A gut vertreten

Beim diesjährigen Wacken Open Air kommt der Bereich des Black Metal ebenfalls sehr gut weg. Mit Marduk, Tsjuder, Borknagar, 1349, Der Weg einer Freiheit und vielen anderen kommen die Liebhaber der schwarzen Kunst voll auf ihre Kosten. Wer es etwas moderner mag kommt um Caliban und Callejon nicht herum. Gängigen, frischen Post-Hardcore gibt es von Watch out Stampede und wer Trash favorisiert geht zu Drone, Ministry oder Cripper.

Eine ordentliche Portion Power gibt es bei Gloryhammer und Dragonforce. Auch Kultband Blind Guardian ist endlich wieder einmal mit von der Partie und stellt in Wacken noch einmal das aktuelle Album „Beyond the Red Mirrow“ vor. Wer zu Death-Metal-Klängen ordentlich „headbangen“ will, wird ebenfall gut bedient, mit Bands wie Immolation, Entombed, A.D. und Benediction.

Alle Genres und Bands hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen und auch vermutlich Langeweile aufkommen lassen, aber einige besondere „Schmakerl“ verdienen auch besondere Erwähnung. Da sind z.B. die Legenden Twisted Sister, die in Wacken ihr sage und schreibe 40jähriges Bühnenjubiläum feiern und von denen sich sogar die ebenfalls auftretenden Steel Panther noch Schmink- und Make-up Tipps abholen können. Eluveittie sind seit dem Jahre 2002 Garanten für erstklassigen Pagan-Metal und werden in diesem Jahr endlich ihr Wacken-Debut geben.

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Wacken Open Air Dauerbrenner Saxon wieder dabei

„Alte Helden“ sind immer gern gesehene Gäste des Festivals und eine immer begleitende Bereicherung. Dieses Jahr werden einige Hochkaräter von ihnen an den Start gehen. Saxon, ein absoluter Wacken-Dauerbrenner und dennoch immer wieder voll der Überraschungen. Mit ihrem neu erschienen Album „Battering Ram“ schafften die britischen Metal-Urgesteine um Sänger Biff Byford selbst im vierten Jahrzehnt ihres Bestehend ein neues Meisterwerk, dass zeitlos und aktuell gewachsen erscheint, ohne die ursprüngliche Seele der Band zu verleugnen. Der Gitarrensound ist charakteristisch, schneidend fett und hat eine entsprechende Wucht im Gesamtklangbild, so dass man bei Saxon über die Jahre wirklich sagen kann: „Je oller, je doller!“

Auch Whitesnake und Foreigner kommen nach Wacken

Whitesnake, Foreigner, Pyogenesis, Testament und Metal Church (jetzt wieder vereint mit altem Sänger Mike Howe) sind andere Alt-Metaller, die es zu beachten gilt. Die meisten Bandbestätigungen sind zwar durch, doch einige wenige Plätze gibt es noch und außerdem laufen wie jedes Jahr noch die nationalen Vorausscheidungen zum „Metal Battle“, der Wacken-Förderung für den Metal-Nachwuchs, die für interessierte Zuhörer immer wieder die ein oder andere Neuentdeckung bereithält, sowie jede Menge Überraschungen zulässt, aus Ländern, die man nicht unbedingt mit Heavy-Metal in Verbindung bringen würde.

Organisatorisch macht den Wacken-Veranstaltern ohnehin niemand mehr etwas vor. Selbst im letzten Jahr, unter widrigsten Wetterbedingungen und katastrophalen Campingplatzverhältnissen, gelang das Kunststück, einen geregelten Ablauf und ein alles in Allem gelungenes Festival auf die Beine zu stellen. Also: „See you in Wacken! Rain or shine!“

Für weitere Informationen und alle gemeldeten Bands:

www.wacken.com »

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Über den Autor
Martin Podlasly

Martin R. Podlasly, geb. 01.03.1966 in Hamburg, ehemaliger Polizeibeamter des Bundes und des Landes Hamburg. Veröffentlichungen diverser Publikationen, freier Autor

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