Democratic Post

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International Sturz eines Despoten?

Ultimatum an Assad: USA will Regierungswechsel in Syrien herbeiführen

US-Außenminister John Kerry stellt neues Ultimatum an Syrien.

Die USA fordern den Rücktritt von Baschar Hafiz al-Assad.

Ultimatum an Assad: Erneut sind die USA der Auffassung, sie müssen über das Schicksal Tausender Menschen bestimmen und setzten sich über geschlossene Vereinbarungen hinweg. US-Außenminister John Kerry verkündete vor wenigen Tagen ein Ultimatum, welches die zukünftige Entwicklung und Führung in Damaskus abschließend regeln soll und den Rücktritt Assads mit einbezieht.

Es ist die Fortsetzung US-amerikanischer Außenpolitik, so vollzogen beispielsweise schon in Libyen und im Irak, mit dem Endergebnis von gespaltenen Staaten, US-Marionetten-Regierungen und sicheren Häfen für Terroristen.

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Ultimatum an Assad: US-Außenminister Kerry warnt Assad eindringlich

John Kerry warnt den syrischen Präsidenten Assad eindringlich zurückzutreten und einem politischen Übergang bis zum 1. August zuzustimmen, ansonsten würden die USA diesen Regierungswechsel einleiten und ausführen. Diese Warnung und das gesetzte Ultimatum solle auch von Assads Verbündeten in Moskau und Teheran so verstanden werden, sonst würden diese die Auswirkungen eines neuen US-Konzepts zur endgültigen Beendigung des andauernden Syrienkonfliktes verspüren.

Ultimatum an Assad

Eine von Assad völlig zerstörte Stadt in Syrien.

Al-Nusra-Front von den USA in Zukunft mit Waffen versorgt?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass die USA ihr Truppenkontingent in der Region aufstocken oder sich aktiv in einer kämpferischen Auseinandersetzung zur Untermauerung ihrer Forderung beteiligen, aber es ist denkbar, dass hierfür der saudi-arabische Verbündete und Teile der Rebellen, sowie die in der Region immer noch kampfstarke Al-Nusra-Front mit neuen Waffen und Material versorgt werden, wie zum Beispiel moderneren Boden-Luft-Raketensystemen. Damit hintergehen die USA erneut die Verhandlungspartner der Syrien-Friedenskonferenzen und liefern Syrien letztendlich an extremistische Gruppierungen aus, die sie noch vor kurzem bombardiert haben.

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Saudi-Arabien und Türkei unterstützen den Islamischen Staat

Saudi-Arabien und die Türkei haben in ihrer kompromisslosen Koalition, zu keiner Zeit ihre Unterstützung für die islamistischen Kräfte gegen die Assad-Regierung eingestellt, hierzu zählen die Kämpfer des „Islamischen Staates“, andere Jihadisten-Gruppierungen in Syrien und auch die Al-Nusra-Front, die zwar Rivale des „IS“ ist, aber viele Ansichten bezüglich der Errichtung eines fundamentalistischen Kalifats teilt.

Die Auslieferung Syriens an „staatlich gesponserte“ Terrororganisationen wäre das Ergebnis und ist beinahe Tradition der surrealen US-Politik, in einem profitablen Kreislauf der Schaffung von Al-Qaida Ende der 80er Jahre, über den 11. September und den Irak, bis nach Libyen und Syrien. Schulter an Schulter mit den Terrorgruppierungen, in Stellvertreterkriegen gegen die Kollektivfeinde.

Syrien wurde in der Vergangenheit von zahlreichen Terrorgruppierungen überlaufen. Dieser Konflikt und die Gefährdung hatte längst beendet sein können, hätten diese Gruppierungen nicht so eine enorme Unterstützung von außen erhalten. Auch die USA haben das klar abgelehnt und unterstützten massiv diese radikalen Gruppen. Ferner ließen sie die Türkei und Saudi-Arabien gewähren.

USA wollen neuen Marionetten-Staat erschaffen

John Kerry droht mit einem „neuen Konzept“ der USA, sollte Syrien nicht kapitulieren, was im Wesentlichen das Ende des Bestehens Syriens bedeuten würde. Das neue Konzept sieht hierbei wohl die alten Planungen vor, beispielsweise durch massive Infiltration von kurdischen Kräften im Osten Syriens, nach dem Vorbild im Nordirak unter Präsident Massoud Barzani. Außerdem könnten die inszenierten grenzüberschreitenden Vorfälle und Angriffe im Norden verstärkt werden, in dem man sich wie bereits in der Vergangenheit geschehen, „IS-Stellvertretern“ bedient und damit eine entsprechende Intervention der türkischen Seite rechtfertigt.

Quellen:

  • Bildquelle Beitragsbild: © by Kremlin.ru, CC-BY 4.0
  • Associated Press (AP), New Eastern Outlook (Tony Cartalucci, aus dem Englischen), Washington Post, Wikipedia

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Über den Autor
Martin Podlasly

Martin R. Podlasly, geb. 01.03.1966 in Hamburg, ehemaliger Polizeibeamter des Bundes und des Landes Hamburg. Veröffentlichungen diverser Publikationen, freier Autor

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