Democratic Post

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Kultur UNESCO ehrt Hamburg

Juhu, jetzt haben wir in Hamburg auch eins! UNESCO-Weltkulturerbe No. 41

Architektonisch war die Hansestadt Hamburg während des Zweiten Weltkriegs arg zerstört worden. So auch die Speicherstadt, deren originalgetreuer Wiederaufbau 1967 seine Vollendung fand. Dieser  Lagerhauskomplex, entstanden Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts, und das Kontorhausviertel aus den 1920er Jahren, gelegen in der Hamburger Altstadt, stehen seit 1991 bzw. 2008 unter Denkmalschutz und wurden vergangenen Sonntag zum 41. deutschen UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Speicherstadt in Hamburg ist der größte auf Eichenpfählen errichtete Lagerhauskomplex der Welt. Seit 1991 steht dieser unter Denkmalschutz. Am 5. Juli 2015 erfolgte der Eintrag in der Liste des UNESCO-Welterbes. 1883 entstand die Speicherstadt als Teilstück des Hamburger Freihafens.

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Der Oberingenieur der Hamburger Baudeputation, Franz Andreas Meyer, sowie der Wasserbaudirektor, Christian Nehls, und der Baudirektor, Carl Johann Christian Zimmermann, hatten die Bauleitung. Ihnen unterstanden 15 Ingenieure, 24 Architekten und Bauzeichner. 1888 erfolgte die Fertigstellung des ersten Abschnittes. 1898 war das zweite Drittel dieses riesigen Bauprojekts fertiggestellt worden. Der Bau des Ost-Teils konnte noch vor dem Ersten Weltkrieg 1914 vollendet werden.

Seit Anfang 2003 gehört die Speicherstadt nicht mehr zum Bereich des zollfreien Freihafens; 2008 wurde sie dem Stadtteil HafenCity im Bezirk Hamburg-Mitte zugeordnet.

Das Kontorhausviertel liegt im südöstlichen Bereich der Hamburger Altstadt rund um den Burchardplatz und in der Nähe von St. Petri. Klinkerexpressionismus des frühen 20. Jahrhunderts kennzeichnet diese großen Kontorhäuser, zu welchen der Meßberghof und der Sprinkenhof gehören.
Das wohl berühmteste Gebäude ist das Pressehaus am Speersort. Früher hatten die Redaktionen von „Der SPIEGEL“ und dem „stern“ Ihren Sitz in diesem Gebäude, heute residiert die Wochenzeitung „Die ZEIT“ hier.

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Ferner gehört auch das, von Architekt Fritz Höger 1922 – 1924 erbaute, Chilehaus zu der Hamburger Denkmalliste Nr. 684. Es entstand im Stil des Backsteinexpressionismus, welcher von Backsteingotik und Expressionismus inspiriert war. Das Chilehaus zählte mit seinen zehn Stockwerken zu einem der ersten Hamburger Hochhäusern. Seine nach Osten gerichtete Spitze erinnert an einen Schiffsbug. Architektonisch wurde das Chilehaus zu einer Ikone des Expressionismus.

Ich bin gebürtige Hamburgerin und freue mich unendlich über diese Ehrung meiner Heimatstadt. Ich bin auch unendlich erleichtert, dass diese geschichtlichen Zeitzeugen jetzt unter Denkmalschutz stehen und die architektonische Probierfreudigkeit der 1970er Jahre überlebt haben.

Ich lade Sie ein: Kommen Sie nach Hamburg und machen Sie sich ein eigenes Bild!

Diese Aufwertung Hamburgs hat mich auf die anderen 40 UNESCO-Weltkulturerbestätten in Deutschland neugierig gemacht. Einige kennt man, andere nicht. Unter den 40 deutschen Kulturerbestätten befinden sich auch drei Naturerbestätten. Sie kennen die nicht?
Aus diesem Anlass gründe ich eine neue Kolumne und werde ab jetzt regelmäßig über eine dieser Kulturerbe- oder Naturerbestätten Deutschlands berichten.

Bildquellen:

Deutschland UNESCO Welterbestätten“ von Lencer – selbst erstellt, auf der Grundlage Karte Bundesrepublik Deutschland.svg, Informationen aus Liste des UNESCO-Welterbes in Deutschland, unter Nutzung von Welterbe.svg (erstellt von UNESCO; Designer: Michel Olyff, vektorisiert von Hk kng). Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons.

Hamburg-090613-0266-DSC 8363-Speicherstadt“ von MbdortmundEigenes Werk. Lizenziert unter GFDL 1.2 über Wikimedia Commons.

OSM.Hamburg.Kontorhausviertel.wmt“ von Wolfgang Meinhart Hamburg – openstreetmap.org. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.

Hamburg.Skylift.Kontorhausviertel.Legende.wmt“ von Highflyer – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Bundesarchiv B 145 Bild-P063974, Hamburg, Chilehaus und Sprinkenhof“ von Bundesarchiv, B 145 Bild-P063974 / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons.

Hh-messberghof“ von Staro1 – Von Staro1 in die deutschsprachige Wikipedia geladen.. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Hamburg.Messberghof.Gedenktafel.wmt“ von Wolfgang Meinhart, HamburgEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Pressehaus am Speersort in Hamburg-Altstadt“ von David Kostner – Von David Kostner am 15. April 2009 in die deutschsprachige Wikipedia geladen.. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Stolperstein Skalitzer Str 32 (Kreuzb) Margot Bendheim“ by OTFW, Berlin – Self-photographed. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Chilehaus Hamburg 1“ von Photographed by User:SKopp – Photographed by User:SKopp. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

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Über den Autor
Nicole HahnHerausgeberin und Redakteurin

wurde 1962 in Hamburg geboren. Sie gründete im Juli 2015 zusammen mit Andreas Hecht die Democratic Post und ist Mitglied der Redaktion.

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